Messtechnik

Datennetze installieren mithilfe von SaaS-Diensten

7. Juni 2016, 13:28 Uhr | Autor: Christian Schillab / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Datenpakete Cloud
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Die Cloud beziehungsweise Software as a Service (SaaS) hat in der heutigen Zeit Einfluss auf viele Arbeitsabläufe. Das Messtechnikumfeld bildet da keine Ausnahme. Ein Tag im Leben eines Installateurs für Datennetze.

Zeit, Zeitschleife
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Ein Tag im Leben eines Installateurs für Datennetze

10 Uhr: Fast die gesamte erste Etage mit mehr als 300 Links beziehungsweise Verbindungen ist bereits geprüft worden. Vor der Kaffeepause hatte der Installateur zudem noch schnell den Access Point auf seinem Smartphone aktiviert und die Sync-Funktion auf seinem Kabeltester gestartet. Damit stehen nun alle Messergebnisse für den Projektleiter zur Verfügung. Während dieses Vorgangs werden auch die Testgrenzwerte, Testumfang, Kabelkennungen und Kabeltypen für das nächste Projekt, das in zwei Tagen beginnt, übertragen. Diese Projektdetails wurden zuvor vom Projektleiter über eine Webschnittstelle zum SaaS definiert. Da der Leiter in der Regel Kenntnis und Zugriff auf alle Projektdetails wie „AutoCAD“-Pläne, Ausschreibungstexte, Pflichtenhefte, Besprechungen und Änderungen der letzten Minute hat, ist er am besten in der Lage alle Details für den Testablauf zu definieren.

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SaaS
Beispielhafter Software as a Service für die Verwaltung von Testern und Projekten
© Fluke Networks

Bietet Software as a Service für die Projektverwaltung und die Verwaltung der Kabeltester auch noch die Möglichkeit, Kabelkennungslisten aus „AutoCAD“, „Visio“ oder anderen verbreiteten Tools zu importieren, wird der Aufwand und die Fehlerwahrscheinlichkeit weiter reduziert. Der Vorteil dieses Arbeitsablaufes liegt auf der Hand: So mussten in der Vergangenheit Projekte oft ein zweites Mal gemessen werden, da die Einstellungen am Feldtester vom Monteur falsch getätigt oder die Ergebnisse unter den falschen Kennungen gespeichert wurden.

Smartphone
Smartphone mit Projektinformationen
© Fluke Networks

11 Uhr: Der Projektleiter verwendet den Webbrowser in seinem Smartphone um den Fortschritt im Projekt zu kontrollieren. Er erkennt aus der „Vogelperspektive“:

  • Es wurde die gesamte Kabelkennungsliste für die erste Etage abgearbeitet. Dies entspricht dem Zeitplan.
  • Es werden in dem Projekt Premium-Komponenten verwendet. Das Pflichtenheft verlangt daher, dass eine minimale Reserve im NEXT von drei dB und eine durchschnittliche Reserve von vier dB erreicht werden (NEXT: Near End Crosstalk – Nahnebensprechdämpfung). Würden diese Werte nicht erfüllt, müssten umgehende korrigierende Maßnahmen eingeleitet werden. In der Vergangenheit waren diese Erkenntnisse oft erst am Ende der Woche möglich, wenn die Messergebnisse gemeinsam mit den Testern im Büro abgeliefert wurden. Probleme mussten dann oft kostspielig am Wochenende und unter hohem Zeit- und Kostendruck korrigiert werden.
Map
Standort der Geräte und Status der Kalibrierung
© Fluke Networks

13 Uhr: Die fehlenden Links der ersten Etage wurden fertig gemessen und auch die zweite Etage wurde erfolgreich abgeschlossen. Zwei der Links zeigten vorerst Fehler auf und mussten korrigiert werden, die Nachmessung belegte die Erfüllung der Anforderungen.

15 Uhr: Der Projektleiter synchronisiert die letzten Ergebnisse der zweiten Etage mit der Ergebnisverwaltungssoftware auf seinem PC. Die Kontrolle zeigt, dass zwei Links korrigiert werden mussten. Die Vorgehensweise, bei der auch negative Ergebnisse abgespeichert werden, stellt sicher, dass die Nachmessung nach der Korrektur nicht vergessen werden kann. Im nächsten Schritt können die Messprotokolle erstellt und der Projekt-Dokumentation und -Abrechnung hinzugefügt werden – also noch bevor die Messgeräte ins Büro zurückkommen.


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