Big Data

Datenanalyse im Internet der Dinge

5. Dezember 2016, 14:04 Uhr | Autor: Fabian Wilckens / Redaktion: Markus Kien | Kommentar(e)
Big Data
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Big Data wird endlich "big": Das Internet der Dinge erzeugt eine stetig wachsende Flut an Daten. Technologien, die damit umgehen können, werden so zu Erfolgsfaktoren.

Bereits heute bahnt sich ein massiver Strom an Daten seinen Weg durch das Internet. 20.000 Gigabyte pro Sekunde oder eine Milliarde Terabyte pro Jahr – so lautet eine aktuelle Schätzung. Mehr als zwei Drittel davon werden durch Videostreaming verursacht, der überwiegende Rest fällt ebenfalls auf den Endanwenderbereich. Mit dem Aufstieg des Internet of Things (IoT) könnte sich dieser Fokus verschieben, denn es wird in Zukunft wesentlich mehr Traffic verursachen, als Menschen es je könnten.

Damit die Netze unter der wachsenden Last nicht zusammenbrechen, müssen sie ausgebaut werden. 5G kommt da gerade recht: Die fünfte Generation des Mobilfunks verspricht höhere Datenraten, kürzere Latenzzeiten, mehr Verbindungen pro Quadratkilometer und stromsparende Module für Low-Energy-Applikationen wie etwa Sensoren. Damit das Internet der Dinge erfolgreich sein kann, reichen bessere Netze allein aber nicht aus. Denn Daten wollen nicht nur erhoben und transportiert, sondern auch gespeichert und ausgewertet werden. Konventionelle Systeme stoßen dabei sehr schnell an ihre Kapazitätsgrenze. Abhilfe verspricht die Cloud.

Big Data in einer neuen Dimension

5G stellt die Netzkapazitäten bereit, um das Internet der Dinge zu realisieren. Aber wer liefert Speicherplatz und Rechenpower? Die Menge an Daten, die durch digitale Dienste erzeugt wird, wuchs bereits zu Beginn des Jahrtausends so schnell, dass sich konventionelle Speicherlösungen überfordert zeigten. Gleiches galt für den wachsenden Bedarf an Rechenleistung. Gerade die datenhungrigsten Unternehmen unserer Zeit – Facebook, Amazon und Google – sahen sich früh mit diesem Problem konfrontiert und trieben die Entwicklung einer Alternative voran, die das digitale Zeitalter nun prägt: die Cloud. Die gigantischen Rechnerwolken sind beinahe beliebig erweiterbar und können Kapazitäten flexibel bereitstellen.

Big Data ist ein weiteres Kernthema der Digitalisierung. Schon seit Jahren beschäftigen sich Unternehmen mit der Verarbeitung großer Datenmassen; in einigen Branchen ist die neue Technologie sogar längst ein entscheidender Er-folgsfaktor. 35 Prozent aller deutschen Unternehmen setzen im Jahr 2016 auf Big Data – Tendenz stark steigend. Doch die Datenvolumina, mit denen IT-Abteilungen aktuell zu tun haben, sind in der Regel kein Vergleich zu dem Überfluss an Infor-mationen, den das Internet der Dinge in Zukunft hervorbringen wird.

Angesichts der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Sensoren, Aktanten und anderen vernetzten Geräten erscheint das Wachstumspotenzial beinahe grenzenlos. Nicht nur die Erhebung (= Sensoren) und der Transport (= mobile Netze) der Daten werden deshalb in Zukunft eine Herausforderung darstellen, sondern auch deren Erfassung und Auswertung.

Ein wichtiger Indikator für das Wachstum des IoT ist die Zahl der vernetzten Geräte. Einer Schätzung des Analystenhauses Gartner zufolge sind derzeit 6,4 Milliarden von ihnen im Einsatz. Pro Tag wächst ihre Zahl um 5,5 Millionen. 2020 sollen es bereits 20,8 Milliarden sein. Eine andere Prognose blickt noch weiter in die Zukunft – für das Jahr 2030 erwartet sie 215 Milliarden Geräte, die über das Internet der Dinge miteinander vernetzt sein werden. Bei einem Großteil davon dürfte es sich um Sensoren handeln, die unablässig Daten sammeln und verschicken. Big Data erlangt somit eine völlig neue Dimension. Ausgeklügelte Systeme müssen her, um mit den wachsenden Datenmassen umzugehen.

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