Das Handy als Geldbörse

12. Juni 2009, 10:32 Uhr | | Kommentar(e)

Trotz guter Konzepte mangelt es den mobilen Bezahlverfahren der Mobilfunkbetreiber in Deutschland an Marktdurchdringung und Wachstum. Nur in Nischenanwendungen wie die Bezahlung von Parkscheinen, von Handytickets der Deutschen Bahn und der Lufthansa sowie bei Briefmarken der Deutschen Post nimmt Mobile Payment an Fahrt auf.

Noch vor einem Jahr wurde viel vom Aufbruch auf dem deutschen M-Payment-Markt gesprochen. Mit Vodafone und O2 drängten zwei Mobilfunkanbieter (Mpass), mit der Deutschen Telekom der größte Festnetzanbieter (Call and Pay flexible) und mit Contopronto (Luupay) ein spezialisierter M-Payment Dienstleister mit ihren mobilen Bezahlverfahren auf den Markt. Contopronto hat derweilen seine deutsche Niederlassung geschlossen. Transaktionen für Luupay sollen zwar noch funktionieren, wie lange noch, ist allerdings ungewiss. Branchengerüchten gemäß will sich der M-Payment-Dienstleister aus dem Endkundengeschäft zurückziehen. Mit „Call and Pay flexible", der Deutschen Telekom, lassen sich Waren und Dienstleistungen per Handy bezahlen. Der Kunde nutzt dabei sein Handy, um die Zahlung zu autorisieren, die Abrechnung erfolgt über die Festnetzrechnung der T-Com. Es spielt dabei zwar keine Rolle, aus welchem Mobilfunknetz der Kunde kommt, er muss allerdings über einen T-Com-Festnetzanschluss verfügen. Bisher hat „Call and Pay flexible" keine große Verbreitung. Lediglich an ausgesuchten Snack- Automaten und für Fahrten mit der Braunschweiger Verkehrs AG lässt sich das mobile Bezahlverfahren einsetzen.

Mobile-Payment-Experte Dr. Key Pousttchi, Leiter der Forschungsgruppe Wi-Mobile der Universität Augsburg fordert konsequentere Strategien für die Marktdurchdringung von mobilen Bezahlverfahren.

Interneteinkauf: Bezahl’s mit dem Handy

Auch der Bezahlservice „Mpass“ leidet an der mangelnden Verbreitung des Dienstes. Bisher können Kunden gerade einmal bei 13 Online-Händlern wie Blume2000.de, Cinemaxx und Beate Uhse bezahlen. „Ich würde mir eine konsequentere Strategie bei der Marktdurchdringung wünschen“, so Mobile- Payment-Experte Dr. Key Pousttchi, Leiter der Forschungsgruppe Wi-Mobile der Universität Augsburg. Potenzial hat das Bezahlsystem, da es sich zum einen, einfach bedienen lässt. Zum anderen ist es sicherer als die Systeme wie Paypal und Co. Der Kunde benötigt für die Transaktion nicht nur die Zugangsdaten („Wissen“), sondern auch sein persönliches Mobiltelefon („Besitz“), erklärt O2-Pressesprecher Dr. Roland Kuntze. „Mpass“ funktioniert wie folgt: Es kombiniert das Lastschriftverfahren mit einer SMS-Zahlungsbestätigung mittels Handy. Das heißt in der Praxis: Der Kunde bestellt ein Produkt im mobilen Portal oder im Internetshop, gibt seine Mobilfunknummer und ein Passwort ein. Im Anschluss erhält er eine SMS und braucht diese nur kurz zu bestätigen, um den Betrag per Lastschrift vom Konto abbuchen zu lassen.

Insgesamt können rund 70 Millionen Bankund Mobilfunkkunden „Mpass“ nutzen. Ohne jede Registrierung bietet der Bezahlservice rund 14 Millionen Vertragskunden von Vodafone und O2 die Möglichkeit, ihre Interneteinkäufe zu bezahlen. Mobifunk-Teilnehmer wie Prepaid-Kunden, Kunden mit Firmenhandy sowie Kunden anderer Mobilfunkanbieter melden sich einmalig beim Online-Zahlungsprozess kostenfrei an.


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