Storage

Consumer versus Enterprise SSDs

16. Oktober 2019, 11:29 Uhr | Autor: Christian Marhöfer / Redaktion: Natalie Lauer | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

SSDs auf dem Vormarsch

Der dritte wichtige Bereich, in dem sich Enterprise-SSDs von Standardmodellen unterscheiden, ist die Ausdauer. Weil sich die Bitfehler im Laufe der Zeit häufen, muss bei Enterprise-SSD-Controllern ein relativ komplexer Satz an Managementtechniken zum Einsatz kommen, um einen verschlechterten oder schwachen Block auf eine neue physische Adresse im NAND-Flashspeicher-Array zu verschieben. Während Consumer-SSDs nur wenige Stunden des Tages und überwiegend mit Lesezugriffen ausgelastet sind, müssen Server-fähige SSDs rund um die Uhr ein Vielfaches an Schreib- und Lesezugriffen bewältigen.

Angesichts ihrer Vorteile verdrängen SSDs in immer mehr Bereichen, die über die einfache Lagerung von Daten hinausgehen, die klassische Hard Disk. Dabei sinkt der Preis pro Megabyte weiterhin stark. So gibt es mittlerweile Modelle mit bis zu 3,9 Terabyte für wenige hundert Euro. Die technologische Entwicklung geht dabei mit großen Schritten voran. So ermöglicht der Standard NVMe (Non-Volatile-Memory-Express) noch schnellere Speicherzugriffe. Er ist noch besser auf Storage-Systeme in virtualisierten Umgebungen zugeschnitten. Schließlich können die virtuellen Maschinen und Applikationen direkt auf den SSD-Speicher innerhalb des Servers zugreifen. Zugleich wird das SSD-System nicht von einem Protokoll wie SCSI (bei SAS) oder AHCI (bei SATA) ausgebremst, das für ein „sequenzielles“ Speichermedium wie die HDD mit ihrem rotierenden Kopf ausgerichtet ist. NVMe-fähige SSDs werden dabei über den PCIe-Bus in das System integriert. Der dafür genutzte M.2 Anschlussstandard wird dabei künftig durch U.2 integriert, der zusätzlich zu diesem die Möglichkeit einen Hot Swap – den Wechsel im laufenden Betrieb – ermöglicht.

Bewusste Entscheidungen treffen
Die Unterschiede zwischen SSDs der Enterprise-Klasse und Consumer-Produkten reichen von der Lebensdauer der Programm- und Löschzyklen ihrer Flash-Speicher bis zu komplexen Managementtechniken, um Fehler zu reduzieren und Workloads bei unterschiedlichen Anwendungsklassen gerecht zu werden.

Wer diese Unterschiede versteht, kann seine Storage-Architektur mit Blick auf Leistung, Zuverlässigkeit und Lebensdauer optimieren. Moderne SSDs sind damit ein wirksames Instrument bei der Minimierung von störenden Ausfallzeiten und für das Risikomanagement in erfolgskritischen IT-Umgebungen.

Christian Marhöfer ist Regional Director DACH bei Kingston

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