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Unified-Communications & Collaboration

Conferencing und Collaboration ad hoc

05. August 2015, 12:22 Uhr   |  Marc Herzmann, Lead-Consultant Unified-Communication & Collaboration bei Computacenter | Kommentar(e)

Conferencing und Collaboration ad hoc
© Norbert Preiß, Alswart / Chris Tefme - fotolia.com

Die standortübergreifende Zusammenarbeit ist heute das A und O in vielen Unternehmen. Doch was geschieht, wenn einige Mitarbeiter UC-Clients und andere Kollegen Raumsysteme für Videokonferenzen nutzen möchten? Inzwischen lassen sich diese miteinander verknüpfen - auch wenn unterschiedliche Hersteller im Einsatz sind. Doch dabei ist einiges zu beachten.

Einstöpseln und loslegen: Dieser Traum aller IT-Nutzer und Administratoren ist bis heute leider noch nicht wahr geworden. Doch zumindest lässt sich in vielen Bereichen eine Öffnung der großen Anbieter für interoperable Systeme beobachten. Dies liegt einerseits am Druck der Nutzer, die heutzutage die Kompatibilität verschiedener Lösungen erwarten, andererseits am Wettbewerb durch offene Standards und Open-Source-Anbieter. Aber auch die zunehmende Vernetzung im Zuge des Internets der Dinge hat das Umdenken der Hersteller bereits gefördert. So starten sie immer mehr Aktivitäten in Richtung Interoperabilität und reibungsloser Vernetzung, auch wenn sie manchmal weiterhin durch die Hintertür proprietäre Standards mitschleppen.

Ein typisches Beispiel ist die Kompatibilität der Videokonferenzsysteme. Gerade diese spielen heute für die Zusammenarbeit und Kommunikation standortübergreifender Teams eine immer wichtigere Rolle. Doch während die Anwender im Firmengebäude qualitativ hochwertige Raumsysteme nutzen, verwenden die Kollegen im Home-Office ihren UC-Client auf meist niedrig aufgelösten, kleinen Bildschirmen. Dabei kommen häufig auch noch Systeme unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz.

Entweder oder ist keine Alternative

Natürlich wäre es für Unternehmen praktischer, wenn sich einheitliche Lösungen durchsetzen ließen. Doch aufgrund gewachsener Infrastrukturen sowie unterschiedlicher Systemvoraussetzungen bei verschiedenen Geräten und Standorten ist dies meist gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand möglich.

Eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner – was der UC-Client wäre, weil er die geringsten Anforderungen mitbringt – kommt aus Qualitätsgründen auch nur selten in Frage. Durch höhere Übertragungsraten im Netzwerk und einer zumindest teilweisen Bereitstellung echter HD-Bilder haben neuere Collaboration-Lösungen inzwischen zwar qualitativ deutlich aufgeholt. Doch es gibt Anwendungsszenarien, die eine zuverlässige, stabile hohe Video- und Tonqualität auf großen Displays erfordern, etwa Kunden- oder Bewerbungsgespräche.

Zudem möchten viele Unternehmen die hohen Investitionen in die traditionellen Konferenzraumsysteme schützen. Ziel ist es daher, die bestehenden Raumlösungen mit den flexiblen, praktischen und meist einfacher zu bedienenden UC-Clients optimal zu verbinden.

Generalist Cisco öffnet sich

In der Regel lassen sich tatsächlich viele ältere Videokonferenzsysteme in moderne Plattformen für Unified-Communication & Collaboration (UCC) integrieren. Das ist die gute Nachricht. Dies ist sogar mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich, wenn Raumsystem und Collaboration-Client vom gleichen Hersteller stammen. Dabei läuft es allerdings derzeit nur auf Cisco hinaus, da das Unternehmen der einzige große Anbieter von Kommunikationslösungen aller Kategorien ist – vom Web-Client Jabber Guest bis zum Raumsystem Telepresence. Daher können Kunden von Cisco ihre existierende Infrastruktur recht einfach um moderne Lösungen anreichern und nahtlos miteinander verbinden. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen: So werden die Schnittstellen einiger älterer Systeme, zum Beispiel des übernommenen Herstellers Tandberg, von neueren Lösungen nicht unterstützt.

Ebenfalls recht gut zu integrieren sind in der Regel die aktuellen Videokonferenzsysteme von Polycom und Cisco, da sie offene Standards verwenden. Doch damit endet dann auch schon die gute Nachricht, denn alle weiteren Kombinationen erweisen sich als etwas schwieriger. Dazu gehört die Verbindung eines älteren Polycom-Systems mit Collaboration-Clients von Cisco. Dafür bietet Polycom mit der Distributed Media Application (DMA) inzwischen eine geeignete Lösung an. Sie dient nicht nur zum Management und der Registrierung von Videoendpunkten, sondern ermöglicht auch die Interoperabilität mit Cisco-UC-Systemen und die Videoverbindung zwischen Cisco-Jabber-Clients und Polycom-Raumsystemen.

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