Studie von Slack und Statista

Bye-bye Büro!

28. Juni 2021, 11:03 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)
Strand
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Zwei Drittel der deutschen ArbeitnehmerInnen wollen künftig komplett remote oder zumindest hybrid arbeiten. Das ist eins der Ergebnisse der Slack-Studie „Reinventing Work". Auch der Wunsch nach zeitlicher Flexibilität ist groß – eine Herausforderung für Unternehmen, die auf 9 to 5 bestehen.

9-to-5: Das war bislang eine Formel, die eher mit MitarbeiterInnen in Verbindung gebracht wurde – und das mitunter nicht immer positiv. So wird in einem 9-to-5-Typen weniger der effizient Arbeitende gesehen, der es eben schafft, seine Aufgaben in einem begrenzten Zeitrahmen zu erledigen. Stattdessen wird den 9-to-5-Typen gerne unterstellt, sie wären nicht ausreichend motiviert. Egal, wie weit sie mit ihren Aufgaben sind: Zum Feierabend um fünf wird die Tastatur beiseite geschoben.

Doch nun müssen offensichtlich viele Unternehmen selbst diese 9-to-5-Mentalität überwinden, denn Mitarbeiter fordern Flexibilität. Und das einerseits was den Arbeitsort angeht und andererseits die Arbeitszeit.

Wie die aktuelle Studie „Reinventing Work" – beauftragt von der Kollaborationsplattform Slack, ausgeführt von Statista – ergab, wollen 69 Prozent der BüroarbeiterInnen in Zukunft hybrid oder komplett remote arbeiten. 53 Prozent der Befragten ist dabei die zeitliche Flexibilität wichtig. Besonders hoch ist deren Anteil bei den Beschäftigten in IT und Telekommunikation: Hier wollen 70 Prozent asynchron arbeiten. Auch für Beschäftigte, die Familienangehörige betreuen, wird asynchrones Arbeiten als wichtig erachtet (64 Prozent).  „Unternehmen sollten sich also zunehmend vom alten 9-to-5-Modell lösen", kommentiert Oliver Blüher, Deutschlandchef von Slack, diese Ergebnisse.

Führungskräfte bevorzugt?

Der Anteil bei remote oder hybrid arbeitenden Führungskräften (67 Prozent) liegt deutlich über dem der Angestellten (57 Prozent). Auf mögliche Gründe geht Blüher ein: „Zum einen ist das Stresslevel für Angestellte im Home-Office hoch und viele sind besorgt, dass ihre Arbeit von zuhause aus nicht gesehen wird. Zum anderen haben viele Führungskräfte mit verteilten Teams schon länger die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten." Um für alle Mitarbeitenden faire Bedingungen zu schaffen, sollten laut Blüher Unternehmen sicherstellen, dass alle „das gleiche Level an Flexibilität in Anspruch nehmen können." Auch sollte mobilen Angestellen „eine Extraportion Sicherheit" gegeben werden, dass ihre im Homeoffice verrichtete Arbeit gesehen und wertgeschätzt werde.

Ohnehin gehören laut Studie Klarheit (82 Prozent) und Anerkennung (81 Prozent) zu den wichtigsten Dingen für BüroarbeiterInnen, wenn es um die Zufriedenheit im Job gehe.

Effizente Zusammenarbeit auch bei Remote-Arbeit?

Im Blick behalten werden sollte dennoch die Effizienz in der Zusammenarbeit. Nur 47 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass flexible Arbeitsmodelle zu einer effizienteren Zusammenarbeit mit Kollegen führe. Grundsätzlich getrieben wird eine effiziente Arbeitsweise durch schnellen Datenzugriff (85 Prozent), schnelle Entscheidungswege (83 Prozent) sowie relevante Kommunikation (81 Prozent).

Hinweis zur Methodik: An der Online-Befragung nahmen 1.000 berufstätige Personen in Deutschland in Voll- oder Teilzeit teil, die täglich einen Computer nutzen. Zeitraum der Befragung: 10. bis 17. Mai 2021.

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