ERP-Systeme

Branchensoftware versus Standardsoftware

16. April 2019, 10:28 Uhr | Autor: Wolfgang Reichenbach / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

ERP-Anbieter sind digitale Begleiter

Generell gilt: Die Auswahl des richtigen ERP-Anbieters ist auch eine Vertrauensfrage. Für wen ein Branchen-ERP in Frage kommt, der sollte einen Anbieter wählen, der Branchen-Expertise mitbringt. Best Practices sind ein guter Anhaltspunkt dafür, ob die Software auch auf die eigenen Bedürfnisse passt. Der Austausch mit Kunden aus der gleichen Branche ist ebenfalls von Vorteil. Ein guter ERP-Anbieter ist nicht nur Softwarelieferant, sondern auch Berater für intelligente Prozesssteuerung. So bedeutet die Implementierung von ERP auch immer eine Überprüfung und eine Optimierung der Unternehmensprozesse. Das hilft den Unternehmen dabei, sich auf neue Anforderungen vorzubereiten, wie zum Beispiel die zunehmende Digitalisierung der Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. ERP-Systeme stehen als Datenzentralen im Mittelpunkt der Digitalisierung, sind aber alleine nicht ausreichend.

ERP-Anbieter können durch ihre Branchenkenntnis passende Ansatzpunkte für eine Digitalstrategie mit ihren Kunden diskutieren und sie bei der Umsetzung begleiten. Um diese Ansatzpunkte zu finden, ist zunächst eine Bestandsaufnahme sinnvoll. Dieser zeigt auf, an welchem Punkt das Unternehmen in der digitalen Ausrichtung seiner Prozesse steht. Wie digital sind die Bereiche Angebot und Services, Prozesse und Organisation, Markt und Kunden sowie Firmenkultur und Mitarbeiter?

IT als Wettbewerbsfaktor sehen
Über eine klar definierte Digitalisierungsstrategie verfügen derzeit nur 18 Prozent der mittelständischen Unternehmen, wie der kürzlich veröffentlichte Digitalisierungsreport von Step Ahead ergab. Immer noch wird Kundenkorrespondenz, beispielsweise in Form von Rechnungen und Lieferscheinen, teils manuell und papierbasiert geführt. Hinzukommt, dass IT-Fachkräfte in den Unternehmen noch zu viel Zeit mit der Administration und Aufrechterhaltung des Betriebs verbringen. Sie haben oft keine Zeit, strategisch zu denken und die IT als Wettbewerbsfaktor und Enabler neuer Business-Chancen zu sehen. Bei kleineren Unternehmen ist die Situation meist noch angespannter: Obwohl ihnen die Bedeutung einer funktionierenden IT bewusst ist, haben sie nicht die finanziellen oder personellen Ressourcen. Ein sinnvoller Lösungsansatz, um die Digitalisierung voranzutreiben und unternehmensinterne IT-Ressourcen zu schonen, sind Hosting-Modelle. Dabei übernimmt der ERP-Anbieter den Betrieb der Lösung im eigenen Rechenzentrum.  

Wolfgang Reichenbach ist Vorstand der Step Ahead AG


  1. Branchensoftware versus Standardsoftware
  2. ERP „out of the box“: Standardlösung?
  3. ERP-Anbieter sind digitale Begleiter

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