All-IP – und dann?

Bintec Elmeg will Software Defined Network wagen

21. Juni 2017, 12:24 Uhr | Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Zusammenarbeit statt Wettbewerb

Gänzlich allein kann und will die Unternehmensgruppe das Vor-
haben SDN allerdings nicht stemmen. Dieses soll sich immer weiter in Richtung Applikationen entwickeln und letztlich von zahlreichen Services profitieren, die auf den Netzwerklösungen aufsetzen. Der Plan für die Zukunft sei es, dass diese Applikationen von den Vertriebspartnern entwickelt werden, erklärt Werner Scholl. Scholl verantwortet seit kurzem den Channel-Vertrieb in Deutschland und arbeitet unter anderem an einer Plattform, die als „Kontaktbörse“ für die Partner dienen soll, „um Mehrwerte transparent zu machen und Spezialwissen auszutauschen“. Zwar würden Systemhäuser und Fachhändler immer mehr zusammenarbeiten, Projekte gemeinsam angehen und sich nicht mehr nur als Wettbewerber wahrnehmen. Diese Kooperationen entstünden jedoch meist noch „manuell“. Bintec Elmeg will diese Entwicklung hingegen mit einer „professionellen Plattform“ fördern, besonders mit der angestrebten Evolution des eigenen Geschäfts im Hinterkopf. „Die zunehmende Komplexität der Digitalisierung und von Themen wie SD-WAN lässt sich oft nur gemeinsam stemmen“, sagt Scholl. „Früher haben wir meist nur in eine Richtung gedacht. Heute bedarf es hingegen eines 360-Grad-Blicks.“ Der Hersteller wolle seine Prozesse und seine Infrastruktur selbst zusehends digitalisieren, um die Weichen für die neue Strategie zu stellen. Dann könnte zukünftig nicht nur die Zusammenarbeit gefördert, sondern beispielsweise auch das Angebot und der Austausch von Applikationen über die Plattform ermöglicht und automatisiert werden.

Hardware wird nicht verschwinden

Die angestrebte Transformation kann aber nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, sind sich López und Scholl bewusst. Von den aktuell rund 6.000 kaufenden deutschen Fachhändlern im eigenen Vertriebsnetzwerk will Bintec Elmeg nicht zwangsläufig alle für das SDN- und Software-Geschäft rüsten. Vorerst stehen besonders die Solutions Partner (der höchste Partnerstatus des Herstellers) im Fokus. Diese will das Unternehmen sukzessive auf die neue Plattform bringen und mit ihnen Gespräche bezüglich der angestoßenen Strategie führen, um sich letztlich gemeinsam zu entwickeln. „Wir werden nicht morgens aufwachen und plötzlich Software-Anbieter sein“, unterstrich López. „Auch die Hardware wird nicht von heute auf morgen verschwinden.“ Es werde hingegen ein kontinuierlicher Weg sein, gemeinsam mit Partnern neue Funktionalitäten gepaart mit Lizenz-basierten Modellen zu entwickeln. Das Hardware-Geschäft soll dabei allerdings wichtiger Teil der Strategie bleiben, wie nicht zuletzt die Zielmarke der Digitalisierungsbox für Ende des Jahres verdeutlicht. Aktuell will der Hersteller rund 10.000 Exemplare der Box pro Monat verkaufen. Partner, die sich ausschließlich auf diesen Bereich konzentrieren wollen, könnten dies nach wie vor, so López. Und doch zeigt sich deutlich, wo Bintec Elmeg besonders im Nachgang der IP-Umstellung der Deutschen Telekom das größte Potenzial sieht. „Alles wird digitalisiert und auch unser Geschäft wird sich verändern“, so der CEO.

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