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All-IP – und dann?

Bintec Elmeg will Software Defined Network wagen

21. Juni 2017, 12:24 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Bintec Elmeg will Software Defined Network wagen
© Bintec Elmeg

Alexander Lopez Gonzalez, CEO bei Bintec Elmeg

Bintec Elmeg profitiert als Kommunikationsanbieter enorm von der IP-Umstellung. Doch die Netzmigration neigt sich dem Ende zu, ihre positiven Effekte dürften bald abnehmen und den Hersteller zum Handeln drängen. Der denkt aber schon einen Schritt weiter – über die Hardware hinaus.

Die Umstellung der Deutschen Telekom auf IP und das damit einhergehende Ende von ISDN ist nicht nur für den Bonner Netzbetreiber ein lukratives Projekt. Während die Telekom in Zukunft unter anderem von einer konsolidierten und damit leichter zu überwachenden Infrastruktur profitiert, stellt die Migration auch für die komplette ITK-Wertschöpfungskette, vom Systemhaus über die Distribution bis hin zum Hersteller, eine enorme Chance dar. Immerhin müssen zahllose Unternehmen notgedrungen ihre Kommunikationstechnik prüfen, gegebenenfalls für den anstehenden Wechsel rüsten oder gar komplett austauschen und modernisieren.

Auch Bintec Elmeg, deutscher Unternehmensbereich der spanischen Teldat-Gruppe, hat sich in den vergangenen Jahren auf die IP-Umstellung fokussiert und Kommunikation sowie Produkte zu großen Teilen auf das Thema „All-IP“ ausgerichtet – und das mit Erfolg. Immerhin konnte der Nürnberger Hersteller über den Vertriebspartner Telekom bis zum vergangenen März 100.000 Exemplare der IP-Lösung „Digitalisierungsbox“ vermarkten. Ende des laufenden Jahres wolle man gemeinsam die 200.000er Marke knacken, erklärte Bintec Elmeg-CEO Alexander López González im Rahmen der CeBIT.    

„Steile Wachstumskurve“

Doch dieser Auftrieb ist zeitlich limitiert. Immerhin will der Netzbetreiber die Umstellung bis 2018 abschließen. Zwar hat die Telekom kürzlich erstmals eingeräumt, dass es bei einigen Unternehmen eventuell auch bis 2019 dauern könnte, das Finale des Großprojektes kommt jedoch in Sichtweite – und damit das Ende der direkten positiven Effekte für Hersteller und Vertriebskanal. Noch geht der Bintec Elmeg-CEO von einer „steilen Wachstumskurve“ aus und spricht im funkschau-Interview von steigendem Interesse an IP-Lösungen, sowohl seitens der Endkunden als auch seitens der Vertriebspartner. In Nürnberg wird sich jedoch schon die Frage gestellt: All-IP – und dann?
Für Bintec Elmeg steht die zukünftige Laufrichtung fest. Das Unternehmen plant, sich über das Hardware-Geschäft hinaus zu entwickeln, hin zu Software Defined Network-Lösungen und entsprechenden Applikationen. „Software Defined Network ist im Grunde genommen der konsequente Schritt“, erklärt López.  „Wir bewegen uns ein Stück weit weg von der Hardware, mehr in Richtung Cloud.“ Derzeit arbeite die deutsche Neiderlassung intensiv mit dem spanischen Entwicklungsteam zusammen, um diesen Weg gemeinsam zu gehen. Denn während der Hersteller hierzulande hauptsächlich auf Produkte wie Router setzt, hat die Muttergesellschaft in Madrid über den Netzwerk-Manager „Colibri“ schon Erfahrung mit SDN gesammelt, die jetzt in neue Lösungen einfließen sollen – auch für den hiesigen Markt.

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