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Mobilfunkversorgung im Zug

Bahn experimentiert mit Fenstern für mehr Handyempfang

24. März 2020, 15:20 Uhr   |  Autoren: Matthias Arnold und Larissa Schwedes, dpa / Redaktion: Stephanie Jarnig

Bahn experimentiert mit Fenstern für mehr Handyempfang
© nito - fotolia

Die Vorgabe der Bundesnetzagentur, bis Ende 2019 alle ICE-Strecken mit schnellem LTE zu versorgen, konnten die Netzbetreiber noch nicht komplett umsetzen. Das liegt auch an den isolierten Fensterscheiben der Züge. Die Bahn experimentiert daher mit Signalverstärkern und neuen Fenstern.

“Wir können es probieren, aber ich sitze im Zug.” Wer oft Bahn fährt, kennt die Warnung, die - so oder so ähnlich - dort geführten Telefonaten häufig vorangestellt wird. Nicht unwahrscheinlich schließlich, dass das gerade begonnene Gespräch nach wenigen Sekunden wieder unterbrochen wird. Zu lückenhaft ist nach wie vor der Mobilfunkempfang auf der Schiene.

“Selbst auf Hauptstrecken ist die Funkversorgung noch nicht optimal”, sagt Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender beim Fahrgastverband Pro Bahn. Als Grund dafür verweist die Deutsche Bahn stets auf die Infrastruktur entlang der Strecke: “Ohne ein gutes und flächendeckendes Netz entlang der Bahnstrecken ist in den Zügen kein guter Mobilfunkempfang möglich”, teilt die Bahn mit. Und für den Ausbau des Netzes sind die drei Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica verantwortlich.

Eigentlich sollten bis Ende vergangenen Jahres zumindest sämtliche ICE-Strecken in Deutschland mit schnellem Mobilfunk, also LTE, versorgt sein. So hatte es die Bundesnetzagentur vorgeschrieben. Doch die Betreiber mussten schließlich einräumen, dieses Ziel nicht rechtzeitig zu erreichen. Die Telekom kam immerhin auf eine Netzabdeckung von 96,4 Prozent, Vodafone auf 95 Prozent. Telefónica-Kunden haben auf lediglich rund 80 Prozent der ICE-Strecken guten Empfang.

Fragt man die Unternehmen, sind sie jedoch nicht alleine schuld daran, dass das mobile Surfen und Telefonieren oft so schlecht funktioniert. “Scheiben in ICE verschlechtern den Empfang massiv und sorgen so dafür, dass zum Beispiel von 300 MBit pro Sekunde, die direkt am Gleis außerhalb des Zuges erreicht werden können, nur 30 im ICE ankommen”, sagt ein Vodafone-Sprecher. Auch die Telekom und Telefónica sind sich einig: Fensterscheiben können den Empfang negativ beeinflussen.

Dass tatsächlich viele Bahnfenster den Empfang schlecht durchlassen, ist kein Zufall: Sie sind so isoliert, dass die Züge nicht überhitzen. “Diese Fenster sind mit einer dünnen Metallschicht versehen, die Sonnenstrahlung fernhält”, erläutert die Bahn - und räumt ein: “Auch Mobilfunkwellen gelangen nur schwer durch die Metallschicht ins Zuginnere.”

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2. Frequenzdurchlässige Scheiben

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