Unkonventioneller Datentransport

Auf dem Landweg in die Cloud

20. September 2019, 13:47 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)
Dunkel Cloudtransport
© Dunkel

Wie bringt man seine Datenmengen in die Cloud? Per Transporter über die Straße. Das soll zum Beispiel Unternehmen in Gebieten mit schlechter Breitbandversorgung flüssige Backups in der Cloud, die Migration virtueller Maschinen oder einen Serverumzug ermöglichen.

Kommt ein Transporter, holt Daten ab und bringt sie in die Cloud – was sich wie der Beginn eines Witzes anhört, gibt es tatsächlich. Der im Rhein-Main-Gebiet ansässige Anbieter für Cloud- und Hosting Services, die Dunkel GmbH, bietet genau diese Leistung an. Der so genannte Cloudtransporter enthalte laut Unternehmensangaben High-End-Speicher- und Netzwerktechnik. Die Festplattenkapazität wird mit einem Datenvolumen von bis zu einem Petabyte beziffert und ruhe mit 256-Bit-Keys verschlüsselt im Serverrack. Die virtuelle Infrastruktur stellt VMWare.

Ist der Cloudtransporter beim beauftragenden Unternehmen vorgefahren, werden die Daten hochgeladen. Danach geht es an den Zielort, wo sie ins Digitalarchiv geladen werden. Sind die Daten erst einmal in der Cloud, sei es für Unternehmen möglich, die täglich anfallenden Backup-Änderungen selbst zu übernehmen. Macht ein Serverumzug im Rechenzentrum die Migration der virtuellen Maschinen erforderlich, ließen sich diese zum Beispiel über das Wochenende transferieren. Auch der Umzug eines Servers in die Cloud lasse sich so bewerkstelligen.

Liefere das Quellsystem Daten mit 10 GBit/s, so soll der Cloudtransporter 50.000 Gigabyte – also 50 Terrabyte – in unter einem halben Tag übernehmen. In einem Beispielszenario veranschaulicht die Dunkel GmbH die Leistung des Gefährts: Angenommen der Cloudtransporter befördere 50.000 Gigabyte Daten von Stendal zum nächstgelegenen Cloud-Standort, dann würde zur Fahrtzeit noch ein halber Tag für den vollständigen Transfer der Daten in die Zielcloud hinzukommen. Die Gegenrechnung sieht laut Unternehmensangaben folgendermaßen aus: So betrage der Upload von 50 Terrabyte bei schneller Glasfaser mit einem Gigabit fünf Tage und in Gegenden mit gutem Breitbandanschluss von rund 50 MBit knapp 100 Tage.

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