Schwerpunkte

Am Breitband-Boom teilhaben

29. Februar 2008, 00:00 Uhr   |  funkschau sammeluser | Kommentar(e)

Das TV-Geschäft der Kabelnetzbetreiber gerät durch IPTVOfferten von Telekom und Co. langsam unter Druck. Gleichzeitig bieten Internet und Telefonie via Kabel neue Umsatzerlöse. Die Verschmelzung der Netzebenen 3 und 4 lässt die Kabelnetzbetreiber zudem näher an die Kunden rücken – eine ganze Branche befindet sich im Wandel.

Das vielfach prognostizierte Wachstum im deutschen Kabelfernsehmarkt hat Gestalt angenommen. 2007 wird der Umsatz erstmals die drei Milliarden-Euro-Grenze erreichen. Bis 2012 erwarten die Markbeobachter von Solon Management Consulting eine Steigerung des Marktvolumens auf 3,8 Milliarden Euro. Wachstumstreiber sind nach wie vor digitales Pay TV, Internet und Telefonie. Die Wachstumsraten bei Kabelinternet und -telefonie werden bis 2012 mit jährlich durchschnittlich 37 beziehungsweise 27 Prozent weiterhin auf hohem Niveau liegen. 2012 beziehen damit bereits 15 Prozent der Kabelfernsehkunden auch ihren Internetzugang von ihrem Kabelfernsehanbieter.

Hauptwachstumstreiber der deutschen Kabelnetzbetreiber ist und bleibt somit der Kommunikationsbereich. Vor allem mit ihren Internetanschlüssen partizipieren die Kabelnetzbetreiber am starken Wachstum des deutschen Breitbandmarkts. Der Internetzugang über das Kabel wird in Kürze die Grenze von einer Million Kunden überschreiten und damit den Massenmarkt erreichen. Bis 2012 beziehen nach Schätzungen von Solon etwa 2,8 Millionen Kabelkunden auch das Internet über ihren Kabelanschluss. Mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten werden die Kabelnetzbetreiber ihren Marktanteil am Breitbandmarkt von fünf Prozent auf neun Prozent ausbauen.

Der intensive Wettbewerb im Breitbandmarkt und der Ausbau von VDSL-Netzen durch die Festnetzbetreiber wird auch in den kommenden Jahren zu einem schnellen Anstieg in den vermarkteten Geschwindigkeiten führen. So schätzen die deutschen Kabelnetzbetreiber, dass in drei Jahren bereits ein Drittel ihrer Internetkunden Anschlüsse mit mehr als 10 MBit/s nutzen.

Internet-ARPU wird massiv sinken

Gleichzeitig ist an der Schwelle zur Sättigung des Breitbandmarktes mit einer Fortsetzung des intensiven Preiswettbewerbs zu rechnen, der sich erst mit zunehmender Konsolidierung des DSL-Marktes beruhigen wird. Bis jedoch dies erreicht ist, wird der Internet-ARPU von aktuellen 21 Euro auf unter 15 Euro gesunken sein.

Die Internetangebote der Kabelnetzbetreiber sind heute in der Regel mit einem Telefonanschluss gebündelt. Entsprechend verläuft das Wachstum von Telefoniekunden über Kabel von heute 0,9 Millionen auf 2,4 Millionen in 2012 weitgehend parallel zur Entwicklung der Internetanschlüsse.

Die Umsätze des Telefonieprodukts stammen aus den angebotenen Flatrates sowie den Gesprächsminuten. Eine Grundgebühr, die bislang einen Teil der Umsätze stellte, ist heute nicht mehr marktüblich, sondern direkt im Bündelprodukt mit dem Internetanschluss enthalten. Der durchschnittliche Umsatz pro Telefoniekunde wird von heute 21 Euro auf 14 Euro in 2012 abnehmen – im Wesentlichen getrieben durch den wachsenden Anteil an Flatrate-Kunden. Aufgrund des schnellen Wachstums bei den Internet- und Telefonie-Kunden können die Kabelnetzbetreiber den ARPU-Verfall mehr als ausgleichen und ihre Kommunikationsumsätze von zirka 160 Millionen Euro in 2006 auf eine knappe Milliarde Euro in 2012 mehr als verfünffachen.

Seite 1 von 2

1. Am Breitband-Boom teilhaben
2. Fazit

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen