Autonomes Fahren

Akzeptanz hängt von Sicherheit ab

18. April 2018, 13:14 Uhr | Natalie Ziebolz | Kommentar(e)
Autonomes Fahren
© Karsten Neglia - 123RF

Bitkom und der TÜV-Verband stellen eine gemeinsame Studie zur vernetzten Mobilität vor. Darin wird deutlich, dass autonomes Fahren nicht per se abgelehnt wird, die Angst vor technischen Problemen und Hackerangriffen jedoch ein Hemmnis darstellt.

Weniger Unfälle, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und ein niedriger Verbrauch beziehungsweise eine geringere Umweltbelastung – aus diesen Gründen wünscht sich laut einer Studie von Bitkom Research die Mehrheit der Bundesbürger (74 Prozent), dass Autos zumindest in bestimmten Situationen autonom fahren. Vor allem beim Ein- und Ausparken (65 Prozent) und im Stau (54 Prozent) ist eine solche Funktion begehrt. Weniger häufig wird autonomes Fahren im fließenden Verkehr auf der Autobahn (28 Prozent) oder auf der Landstraße (18 Prozent) gewünscht. Zudem hätten nur 17 Prozent autonome Systeme gerne in kritischen Verkehrssituationen, um einen Unfall zu vermeiden, und nur 8 Prozent grundsätzlich während der gesamten Fahrt. „Während es Einparkhilfen, Spurhalteassistenten und automatische Notbremssysteme bereits gibt und die Menschen sich eine solche Unterstützung vorstellen können, fehlt es offenbar noch an der Fantasie, dass das Auto grundsätzlich alleine fahren kann”, so der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: “Der Computer am Steuer wird aber nicht müde und lässt sich auch nicht ablenken – vieles spricht für das autonome Fahren.”

In puncto Sicherheit stimmen ihm dabei sogar 60 Prozent der Bundesbürger zu. Sie sind davon überzeugt, selbstfahrende Autos würden mehr Sicherheit für Fahrzeuginsassen oder andere Verkehrsteilnehmer bringen, 29 Prozent rechnen mit weniger Unfällen. Zugleich erwarten 43 Prozent einen geringeren Verbrauch und 27 Prozent geringere Umweltbelastungen. Auch mehr Zeit für den Fahrer und mehr Fahrkomfort gibt jeweils jeder Vierte (26 Prozent) als Plus an.

Nur 27 Prozent der Studienteilnehmer sehen keine Vorteile bei Connected Cars. Allerdings äußern 68 Prozent der Befragten, Angst vor technischen Problemen zu haben. 63 Prozent fürchten sich zudem vor Hackern und 52 Prozent vor einer unberechtigten Nutzung der anfallenden Daten durch Dritte. “Daran sieht man deutlich: Sicherheit ist ein ganz zentrales Thema für die Akzeptanz von selbstfahrenden Autos”, erläuterte Bühler, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV. Als mutmaßliche Nachteile werden auch die erwarteten Kosten genannt: 42 Prozent rechnen mit hohen Kosten für die Infrastruktur, 35 Prozent sind autonome Autos selbst zu teuer. Und: 37 Prozent wollen sich den Spaß am Selberfahren nicht nehmen lassen.

Den Durchbruch für autonome Autos erwartet die Mehrheit der Bundesbürger in spätestens 20 Jahren. Dann werden nach der Ansicht von 58 Prozent der Befragten in Deutschland pro Jahr mehr selbstfahrende als herkömmliche Autos zugelassen werden. Jeder Zehnte (10 Prozent) sieht diesen Zeitpunkt bereits in zehn Jahren erreicht – und nur 15 Prozent gehen davon aus, dass auch in mehr als 25 Jahren noch überwiegend nicht autonome Autos zugelassen werden.

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