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Herausforderung 5G

Agile IT – die Kunst des Wandels

26. August 2019, 11:26 Uhr   |  Autor: Ragnar Wachter / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Agile IT – die Kunst des Wandels
© Sutisa Kangvansap - 123RF

5G kommt. Mehr Bandbreite, mehr Geschwindigkeit und höhere Verlässlichkeit bilden die Basis für eine neue Generation von IT-Anwendungen. Der Beitrag erklärt, wie die neue Technologie die IT-Abteilungen der Unternehmen herausfordert. Und er zeigt auf, wie die IT die neuen Herausforderungen meistert.

5G, der Mobilfunkstandard der nächsten Generation, ist mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde bis zu 20-mal so schnell wie aktuelle 4G-Netze. Mit dieser Leistungsexplosion wird 5G zur Initialzündung für die Entwicklung neuer IT-Services. Das gilt insbesondere für die Telekommunikationsbranche, aber auch für andere Großunternehmen. 5G treibt den Trend zu immer kürzeren und schnelleren Innovationszyklen voran – auch und gerade in der Entwicklung des Internet der Dinge.

Steigende Ansprüche erfordern agiles Vorgehen
Die engmaschigere Vernetzung von Menschen, Maschinen und Umgebung hilft Unternehmen, ihre Produkte und Services schneller an kurzfristige Marktentwicklungen, aber auch konkrete Situationen von privaten Verbrauchern und geschäftliche Trends anzupassen. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung der Kommunikationsnetze steigen allerdings auch die Ansprüche der Anwendungen. Für die Unternehmens-IT bedeutet das: Zum einen muss sie bestehende Angebote so optimieren, dass sie unter den neuen Bedingungen eine zeitgemäße Performance und Benutzererfahrung bieten. Zum zweiten ist sie gefordert, innerhalb kürzester Zeit neue Services zu bieten, mit denen die Anwender von der Leistungsfähigkeit künftiger Mobilfunknetze profitieren. Damit beides gelingen kann, muss die IT sich im Zuge der digitalen Transformation des Unternehmens selbst komplett neu aufstellen. Während es bislang reichte, in einigen Projekten mit agilen Methoden zu arbeiten, um Innovationen schneller umzusetzen, müssen sich künftig die Unternehmen als Ganzes umstellen. Nur so können sie mit den permanenten Veränderungen von Technologien, Märkten und Prozessen Schritt halten.

Die vier Säulen der Agilität
„Fail fast, fail often“ lautet ein Grundsatz der agilen Entwicklung. Dahinter steht die Erkenntnis, dass rasches Scheitern einer Idee den Aufwand vermeidet, der ansonsten für Fehlentwicklungen und deren Korrekturen in späteren Phasen der Entwicklung anfällt. Geschwindigkeit ist deshalb ein zentrales Element in jedem agilen Projekt. Sprints mit intensiver und klar strukturierter Kommunikation zwischen den Beteiligten beschleunigen fachliche Anpassungen und liefern schnell Ergebnisse. Innerhalb kurzer Zeit – in der Regel dauert ein Sprint nur zwei Wochen – entwickelt, bearbeitet und testet ein Team eigenverantwortlich jeweils ein Arbeitspaket. Die Methodik eignet sich auch für Projekte, deren Umfang bei ihrem Start nicht klar definiert ist. Damit sind solche Vorgehensweisen prädestiniert für Entwicklungen im Umfeld von 5G. Denn gerade hier werden so manche notwendigen Änderungen und neuen Möglichkeiten erst mit dem fortschreitenden Aufbau der Netze sichtbar.

Damit Unternehmen unter diesen veränderlichen Bedingungen innovative Geschäftsmodelle entwickeln, bereitstellen, abrechnen und permanent optimieren können, muss die IT Lösungen innerhalb kürzester Zeit liefern. Dazu vernetzt sie Komponenten unterschiedlichster Herkunft auf allen Ebenen des IT-Stacks. In der Folge muss die Unternehmens-IT immer mehr Projekte gleichzeitig managen. Das erfordert eine IT-Strategie, die Organisation, Architektur, Infrastruktur und Sourcing zu einem agilen Gesamtkonzept vereint.

Neues Governance- und Prozessmodell
Agile Organisation bedeutet einen grundlegenden Wandel der kompletten IT von einer funktionalen Abteilung zum integralen Bestandteil der Geschäfts-, Prozess- und Produktentwicklung. Das Ziel lautet: als Innovationspartner der Fachbereiche neuartige Businessmodelle mit Technologie zu unterstützen. Dabei können Projektmanagement-Methoden wie Scrum oder Kanban helfen, einzelne Projekte zu managen. Wenn größere Organisationen dauerhaft agil arbeiten, treten jedoch erfahrungsgemäß fast zwangsläufig Konkurrenzen und Abhängigkeiten auf, die ein Projekt-Team nicht selbständig lösen kann. Dafür benötigen Unternehmen eine übergreifende Methodik wie das Scaled Agile Framework (SAFe). Mit SAFe lassen sich Methoden unternehmensweit skalieren und fachliche Prozesse wie zum Beispiel Strategie, Finanzen, Beschaffung und andere mit einbinden. Dabei arbeiten die verschiedenen Teams innerhalb einer Organisation ähnlich zusammen wie die Mitglieder eines agilen Projekt-Teams. Darüber hinaus besteht ein wichtiger Erfolgsfaktor darin, frühzeitig zu erkennen, welche Projekte mit klassischen Methoden effektiver zu lösen sind.

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