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Gastkommentar: Neue Standards bringen Wind in den M2M-Markt

Bei der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) entstehen große Datenmengen, deren sinnvolle und branchenübergreifende Nutzung neue Möglichkeiten für die Industrie schaffen. Standards, Interoperabilität und Prototypisierung spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Dr. Sebastian Wahle, Leiter M2M-Solutions im Kompetenzzentrum NGNI (Next Generation Network Infrastructures) am Fraunhofer-Institut FOKUS Bildquelle: © Fraunhofer FOKUS

Dr. Sebastian Wahle, Leiter M2M-Solutions im Kompetenzzentrum NGNI (Next Generation Network Infrastructures) am Fraunhofer-Institut FOKUS

Bei der Mehrzahl der M2M-Anwendungen geht es darum, entweder automatisiert oder durch menschlichen Eingriff, Entscheidungen zu treffen. Hierbei spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Ein Beispiel ist ein Frachtcontainer auf dem Weg von Südafrika nach Deutschland, für welchen Daten über die aktuelle Temperatur, den Standort, sowie den Zeitpunkt der letzten Öffnung erfasst werden sollen, um Entscheidungen in Bezug auf die weitere Logistik zu treffen. Hat der Container beispielsweise verderbliche Waren geladen, können logistische Fehlentscheidungen drastische Auswirkungen auf den Erfolg einer Lieferung haben.

Das Beispiel macht deutlich, wie wichtig die zeitkritische Bereitstellung von Daten für die Industrie ist. Diese Erkenntnis ist keineswegs neu, SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition) werden in der indus-triellen Fertigung seit den 1970er Jahren eingesetzt. Neu ist allerdings ein Phänomen, das heute vielfach mit dem Begriff „Internet of Things“ (IoT) umschrieben wird. Durch immer weiter sinkende Preise für Chipsätze und Module sowie den gleichzeitigen Ausbau leistungsfähiger mobiler Telekommunikationsnetze - zum Beispiel UMTS und LTE - steigt die Anzahl vernetzter Geräte und „Dinge“, die uns umgeben.