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Mobile-Device: Der Smartphone-Tarifemarkt: wachsend, unübersichtlich, umkämpft

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Discounter positionieren sich fast nur über den Preis

Hinsichtlich der Produkte und Konditionen zeigt sich, dass die Netzbetreiber im Allgemeinen über die größere Tarifvielfalt und ein größeres Angebot an zusätzlichen Optionen und Angeboten für bestimmte Zielgruppen verfügen. Beispiele hierfür sind die von allen Netzbetreibern und Mobilcom-Debitel angebotenen Blackberry-Tarife – die sich vorwiegend an Geschäftsleute richten – und die von Telekom und Vodafone zusätzlich zu einem bestehenden Tarif verfügbaren Tarife für Familienangehörige zu Sonderkonditionen. Base nimmt unter den Netzbetreibern insofern eine Sonderrolle ein, als dass eine flexible Anpassung des Tarifs an verändertes Nutzungsverhalten durch Hinzu- und Abbestellung einzelner Module möglich ist.

Um einen möglichst transparenten Vergleich der untersuchten Tarife zu ermöglichen, wurden für jeden Tarif die monatlichen Kosten eines durchschnittlichen Smartphonenutzers für die Aspekte Basiskosten, Telefonie, SMS und MMS ermittelt und daraus die Gesamtkosten errechnet. Angenommen wurden für ein durchschnittliches Nutzungsverhalten monatlich 240 Minuten Telefonie, 50 SMS und 10 MMS, jeweils gleichmäßig auf das eigene Netz und auf fremde Netze verteilt. Abbildung 2 zeigt für jeden Anbieter die Kostenspanne, die zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif liegt. Anbieter wie 1&1, Fonic und "o.tel.o", die nur einen Tarif im Angebot führen, positionieren sich über einen günstigeren Preis. Am ehesten verfolgt Congstar unter den Discountern eine qualitätsorientierte Strategie und ist auch im höherpreisigen Segment vertreten. Besonders in punkto Preisgünstigkeit hervorzuheben ist Simyo: Bei allen Simyo-Tarifen liegen die Nutzungskosten eines durchschnittlichen Nutzers unterhalb der günstigsten Base-, Telekom- und Vodafone-Tarife. Dagegen positionieren sich die Netzbetreiber überwiegend über Leistungsmerkmale und erheben neben leicht höheren nutzungsabhängigen Entgelten vor allem höhere Basiskosten. Auch decken sie durch ihre größere Tarifvielfalt eine größere Kostenspanne ab.

Abb. 2 Monatliche Gesamtkosten der unterschiedlichen Tarife eines durchschnittlichen Smartphonenutzers (Angabe in Euro); Quelle: Marketing-Mix-Analyse Smartphone-Tarife 2012, herausgegeben von Research Tools