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Mesh-Systeme: Gut vernetzt

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Nutzung per Fernzugriff

Heimarbeit mit Zugriff auf die Daten im Büro
Vom Home-Office aus kann man über Fernzugang auch auf das Netzwerk im Büro zugreifen. Ein mit laufenden Fixkosten verbundener Cloud-Anbieter ist dafür nicht erforderlich. Stattdessen wird in der Regel über VPN oder spezielle DynDNS-Dienste beispielsweise auf die Festplatte im Büro zugegriffen, die direkt am Router angeschlossen ist. Somit hat man stets Zugriff auf alle Dateien und Informationen, die für die Arbeit benötigt werden. Zudem spart man im Vergleich zu Cloud-Diensten mitunter Kosten und kann gegebenenfalls die Sicherheit erhöhen, da alles auf dem eigenen Netzwerk liegt. Über entsprechende Apps können außerdem Anrufe auf dem Festnetztelefon im Büro über das Handy angenommen werden, auch von unterwegs. Es ist auch denkbar, dass man eine passende Türsprechstelle in das System integriert: Klingelt ein Patient oder ein Kunde an der Eingangstür der Praxis oder am Lagertor, wird ein Anruf zu einem Telefon hergestellt. 

Fernwartung des Netzwerks per Fernzugriff
Ein Zugriff von unterwegs erlaubt letztlich auch die Fernwartung des eigenen Netzwerkes. Als kleines Unternehmen kann man bei möglichen Problemen auf diesem Weg externe Hilfe anfordern und muss nicht in jedem Fall einen IT-Experten vor Ort verfügbar haben. Etwas größere Unternehmen mit eigener IT-Abteilung können wiederum die verschiedenen Filialen oder Zweigstellen von der Zentrale aus betreuen und das Netzwerk zentral warten. Wird im Notfall Unterstützung benötigt, kann zunächst per Fernzugriff versucht werden, das Problem zu lösen. Das erspart unnötige Fahrtzeiten und Anreisekosten.

Wichtig in Hinblick auf den Aufbau eines Mesh-Netzwerkes ist vor allem, dass das System modular und skalierbar ist, damit die jeweiligen Bedürfnisse eines Unternehmens gezielt und Schritt für Schritt berücksichtigt werden können. Häufig macht es Sinn, bei der Planung neben WLAN auch Telefonie- und Smart-Home-Aspekte mit einzubeziehen. Zugleich sollten Unternehmen darauf achten, dass das System bestens geschützt ist – und mit Updates regelmäßig gepflegt und auf aktuellem Stand gehalten wird.

Der Autor, Joachim Töpel, ist Product Line Manager bei AVM

Wi-Fi Alliance Easymesh Bildquelle: © Wi-Fi Alliance

Mit dem Easymesh-Standard sollen künftig Mesh-WLAN-Router verschiedener Hersteller kompatibel sein. Bisher ist dieser Ansatz jedoch noch nicht von viel Erfolg gekrönt, denn der Standard ist optional für die Hersteller.

Exkurs: Wider die Mesh-WLAN- Insellösungen
Um den vielen proprietären Lösungen am Markt Einhalt zu gebieten, hat die Wi-Fi Alliance im Mai vergangenen Jahres den „Easymesh“-Standard vorgestellt. Damit sollen mehrere Mesh-Router unterschiedlicher Hersteller kompatibel genutzt werden können. So wäre es etwa möglich, eine Fritzbox von AVM etwa mit einem Google Wifi oder einem Linksys-Mesh-Router zu verbinden, um das hauseigene WLAN-System upzugraden. Für Kunden bedeutet Easymesh letztlich, dass sie die freie Wahl haben, welchen Mesh-Router sie zur Erweiterung des bereits bestehenden WLAN-Netzwerks kaufen können, sofern das heimische Gerät schon Mesh unterstützt. Easymesh regle der Wi-Fi Alliance zufolge lediglich die Kommunikation zwischen den Routern. Weitere Faktoren wie die Anzahl der genutzten Bänder, die unterstützte Geschwindigkeit oder die Priorisierung werde weiterhin dem jeweiligen Mesh-Router überlassen. Ob sich der Standard jedoch durchsetzen wird ist – auch ein Jahr nach Bekanntgabe desselben – fraglich, denn funktionieren kann dies nur, wenn alle Hersteller an einem Strang ziehen. Bislang ist davon jedoch nichts zu sehen. Solange die Integration von Easymesh in die Produkte nicht verpflichtend für die Hersteller ist, wird sich daran vermutlich auch nichts ändern. Ledig­lich der im Privat­kun­den­markt eher wenig bekannte US-ameri­ka­ni­sche Hersteller von Netz­werk­tech­no­logie, Arris, stellte im August 2018 ein erstes Easy­mesh-kompa­ti­bles Gerät vor.