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Gastkommentar von Ericsson: 5G + KI = Mehr Sicherheit

Mit dem aufkommenden Mobilfunkstandard 5G eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Als Mobilfunknetzausrüster beobachtet Ericsson, dass neben bekannten Nutzungsmöglichkeiten, wie Telefonie und Nutzung des mobilen Internets, auch neue Branchen und Anwendungsbereiche in den Fokus rücken. Ein Kommentar.

China befürchtet, dass sich mehr Länder die heimischen Firmen wie Huawei und ZTE vom 5G-Aufbau ausschließen könnten.  Bildquelle: © Shutterstock

Wie neueste Netztechnologie gepaart mit KI für mehr Sichherheit sorgen kann, erklärt sich gut an einem plakativen Beispiel: So kann beispielsweise eine KI-basierte Netzfunktion den Aufenthaltsort eines Nutzers und seine Aktivitäten aus einer zeitlichen Perspektive in Betracht ziehen und hieraus seine Schlüsse ableiten.

Sicherlich medial am häufigsten genannt in diesem Kontext: vernetzte Mobilitätslösungen und Industrie 4.0. Und das auch aus gutem Grund. Denn was beide Bereiche verbindet, sind nicht nur die oft hohen Anforderungen an die Latenz (Reaktionszeit) der Kommunikationsinfrastruktur. Grundlegend für beide Bereiche ist auch das Thema Sicherheit. Denn wer auf autonome Fahrzeuge auf unseren Straße setzt oder seine Fabrik zur vernetzten Smart Factory machen möchte, muss sich sicher sein: Meine Kommunikationsinfrastruktur ist bestmöglich geschützt.

Stefan Koetz, Ericsson Bildquelle: © Ericsson

Stefan Koetz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Ericsson: "Ich bin überzeugt davon, dass es einen grundlegenden Ende-zu-Ende-Ansatz bei der Entwicklung einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur braucht."

Branchenübergreifende Zusammenarbeit erforderlich
Ich bin überzeugt davon, dass es einen grundlegenden Ende-zu-Ende-Ansatz bei der Entwicklung einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur braucht. Denn um ein sicheres System aufzubauen, ist es wichtig, eine ganzheitliche Sichtweise zu haben und nicht nur einzelne Teile isoliert zu betrachten. Aus diesem Grund haben bei der 5G-Standardisierung verschiedene Organisationen wie zum Beispiel 3GPP, GSMA und ETSI gemeinsam ein System entwickelt, das unterschiedliche Aspekte abdeckt. Hierbei wurden die neuen Anwendungsfelder von Anfang an mitberücksichtigt.

Eine Herausforderung ist hierbei sicherlich das wachsende Ökosystem, das sich mittlerweile über die alte ITK-Welt hinaus erstreckt. Um die Sichtweisen der verschiedenen Player zu verstehen und zu berücksichtigen, ist daher eine branchenübergreifende Zusammenarbeit nötig. Gut ist, dass dieses Verständnis frühzeitig gewachsen ist. Beispielsweise testet man im Konsortium 5G-ConnectedMobility auf einem 5G-Testfeld auf der Bundesautobahn A9 Anwendungsfälle auf Straße und Schiene. Im Industriekontext sind Allianzen wie die 5G Alliance for Connected Industries and Automation (5G-ACIA) wichtige Initiativen, die diese neuen Bedürfnisse an den Netzstandard reflektieren. Auf diesem Wege werden Sicherheitsanforderungen bei der Entwicklung des Standards mitgedacht und nicht erst im Nachgang ausgebessert. Für mich eine äußerst erfreuliche Entwicklung.

Sicherheit verbessert
Aber auch neben den Anwendungsszenarien wurde bei der allgemeinen 5G-Entwicklung für Verbesserungen in puncto Sicherheit gesorgt. So ist der Standard widerstandsfähiger gegenüber Fehlern und Angriffen. Beispielsweise wird hierzu eine einzelne Basisstation virtuell als zwei getrennte Einheiten, eine zentrale Einheit und eine „distributed“, bereitgestellt. Diese Aufteilung erleichtert die flexible Bereitstellung von sicherheitsrelevanten Funktionen des 5G-New-Radio-Zugangs, zum Beispiel Verschlüsselung auf Benutzerebene, an einem sicheren zentralen Standort, während nicht sicherheitsrelevante Funktionen an weniger sicheren verteilten Standorten beibehalten werden.

Und auch die Kommunikationssicherheit an sich wurde verbessert. So berücksichtigt die neue Service-basierte Architektur für das Kernnetz von Anfang an Bedrohungen aus dem Interconnect-Netzwerk. Das 5G-System bietet Schutz vor Abhör- und Modifikationsangriffen. Der Kommunikationsverkehr auf Benutzerebene ist verschlüsselt und kann integritätsgeschützt sein. Der Integritätsschutz der Benutzerebene ist ein neues Feature, das für kleine Datenübertragungen, insbesondere für eingeschränkte IoT-Geräte, nützlich ist.

Wie neueste Netztechnologie gepaart mit KI für mehr Sichherheit sorgen kann, erklärt sich gut an einem plakativen Beispiel: So kann beispielsweise eine KI-basierte Netzfunktion den Aufenthaltsort eines Nutzers und seine Aktivitäten aus einer zeitlichen Perspektive in Betracht ziehen und hieraus seine Schlüsse ableiten. Das System erkennt, wenn beispielsweise ein Nutzer von Deutschland aus auf das Netz zugreift und 30 Minuten später von Australien. Da die Person in dieser Zeit unmöglich die Strecke nach Australien zurückgelegt haben kann, schlägt das intelligente System im Netzmanagement Alarm. Das Beispiel zeigt, welchen Mehrwert KI im Sicherheitskontext beisteuert.

Klar ist aber auch: Für eine ganzheitlich sichere Kommunikation brauchen wir vertrauenswürdige und verlässliche Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Netzausrüster über Netzbetreiber und Endgerätehersteller bis hin zum Anwender.