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Connected Car: Die Netzwerk-Konnektivität geht auf die Straße

Die Möglichkeit, die Netzkonnektivität auf Fahrzeuge auszudehnen, hat die Art und Weise Business zu generieren für viele Organisationen erheblich verbessert – ja sogar revolutioniert. Doch der mobile Charakter dieser Netze birgt viele Hindernisse, die es zu vermeiden gilt.

Verkehr Bildquelle: © Karsten Neglia - 123RF

Ausgangspunkt dieser Entwicklung war die digitale Transformation. Sie schafft die Notwendigkeit eines flexiblen, agilen Netzwerks, wodurch die traditionellen Anbindungen an die Zentrale so gut wie verschwinden. Die physischen Grenzen verlieren zunehmend an Bedeutung. Organisationen aller Art benötigen konstante und zuverlässige Verbindungen im Fahrzeug, um mit den sich verändernden Geschäftsanforderungen Schritt halten und mit ihren Kunden jenseits der gewohnten Umgebungen kommunizieren zu können. Eine zuverlässige mobile Konnektivität hilft Unternehmen, ihre Flotten optimal zu verwalten und damit effizienter einzusetzen, was schlussendlich einer für die Kunden besseren Dienstleistung zugutekommt. Jedoch können auch drahtlose Einsätze in Fahrzeugen nicht immer unproblematisch sein.

Eine gut funktionierende Netzwerklösung im Fahrzeug sollte keinen Stand-alone-Charakter haben

Für Unternehmen, etwa in der Logistikbranche, bedeuten Ausfallzeiten immer auch einen wirtschaftlichen Verlust. 4G LTE-Netzwerklösungen sind ein zuverlässiges, sicheres und kosteneffizientes Mittel, um stets mit der Zentrale in Verbindung zu stehen. Die Herausforderungen an eine mobile Konnektivität sind naturgemäß andere als in einem Büro. So ist zum Beispiel das Befahren holpriger Straßen, das Überqueren von Grenzen und das Betreiben von Geräten mit einer Fahrzeugbatterie bei der Einrichtung im Vorfeld zu berücksichtigen und entsprechend zu planen. Eine gut funktionierende Netzwerklösung im Fahrzeug sollte keinen Stand-alone-Charakter haben, sondern die unternehmenseigene Netzwerkstruktur erweitern. Überdies müssen alle Aspekte der virtuellen und physischen Anforderungen sowie die beabsichtigte Nutzung einbezogen werden. Es geht nicht nur darum, einen Hardware- und Datenplan zu haben: Unternehmen müssen daran gehen, eine zuverlässige und umfassende Netzwerklösung unter Berücksichtigung der Sicherheitsstandards auf die Straße zu bringen. In den meisten Fällen ist ein einziges LAN erforderlich, um die mobilen Verbindungen herzustellen und dessen Nutzung optimal zu gewährleisten.

Fahrzeugkonnektivität für IoT und GPS

Es gibt viele gute Gründe, weshalb Unternehmen die Netzwerkkonnektivität in ihren Flottenfahrzeugen einsetzen: Internet of Things (IoT)-Systeme erlauben die automatische Aktualisierung und Nachverfolgung des Warenbestands. GPS-Tracking geht über die bloße Standortbestimmung der Fahrzeuge hinaus. So lassen sich Haltepunkte überwachen oder gefahrene Kilometer erfassen sowie das Fahrverhalten des Fahrers erkennen. Dies alles geschieht mit Cloud-basierter Software von einem weit entfernten Standort aus.

Dank einer ständigen mobilen Verbindung können Fahrzeuge moderne Digital Signage-Inhalte nutzen, die sich remote verwalten und bei Bedarf aktualisieren lassen. Für Unternehmen mit Sicherheitsbedenken bietet die Video-Streaming-Funktion den Vorteil einer Echtzeit-Überwachung, die es ermöglicht, die Sicherheit von einem entfernten Standort aus zu überwachen und Behörden sofort zu alarmieren, wenn Probleme auftreten.

Von Rettungssanitätern, der Polizei und Pendlern

Ersthelfer und Rettungsdienste nutzen bereits die unternehmenskritische mobile Konnektivität für die Patientenüberwachung, die Zustandsanalyse und Diagnose – alles auf der Fahrt zum Krankenhaus. Rettungssanitäter können so zeitsparend auf wichtige Informationen zugreifen und Aufzeichnungen aktualisieren. In anderen Fällen nutzt die Polizei sichere Verbindungen, um Führerscheine und Fahrzeugregistrierungen zu überprüfen und Berichte digital in Echtzeit zu erstellen.
WLAN in öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein thematischer Dauerbrenner. Pendler und Urlauber verlangen in Bahn und Bus einen Internetzugang so selbstverständlich wie ein Sitzplatz und Pünktlichkeit. WiFi für Reisende gehört zu einem guten Kundenerlebnis mittlerweile schlichtweg dazu.

Dynamische statt statische IP-Adressen

Bei der Implementierung von mobilen Konnektivitätslösungen sollten sich Organisationen strategisch bewegen, indem sie sich an den praktischen Möglichkeiten innerhalb der Branche orientieren. Wie gesagt, das Netzwerk sollte sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur einfügen, und das LAN sollte für die Fahrzeuge "offen" sein. Für einen optimalen Betrieb benötigen Router regelmäßige Software- und Firmware-Updates, Konfiguration, Wartung und Fehlerbehebung. Oft besteht die Herausforderung für Unternehmen darin, dass sie logistisch nicht in der Lage sind, ihre Flotte mehrmals pro Woche an einen zentralen Ort anzudocken, um Updates zu installieren, Probleme zu beheben oder Daten zu übertragen. Eine softwaredefinierte, Cloud-basierte Remote-Management-Plattform kann Software- und Firmware-Updates, Konfigurationen, Sicherheitspatches und die Wartung von drahtlosen Geräten remote leisten und gleichzeitig sicherstellen, dass sensible Daten auch sicher bleiben.

Da ein mobiler Router in einem Mobilfunknetz dynamische, private IP-Adressen verwendet, sollte die Verwaltungsplattform keine statische IP besitzen, um sich mit dem Router zu verbinden. Zudem sollte es eine Routing-Lösung erlauben, große Dateien - wie etwa bei der Videoüberwachung - schnell über ein nicht-zellulares WAN zu ziehen, um die Datennutzung zu verringern und Fahrzeuge schneller wieder einzusetzen.

Hardware-Einsatz: Aufpassen bei der Platzwahl

Verschiedene Faktoren wie die Größe des Fahrzeugs oder sein Design beeinflussen die Verbindungsqualität. Wie zuverlässig die mobile Verbindung ist, hängt daher von der richtigen Platzierung des Wireless-Routers und der Antenne ab. In der Regel ist der Platz jedoch begrenzt. Und Fahrzeuge, die viele Benutzer transportieren, benötigen unter Umständen mehrere Router, um den hohen Volumenbedarf zu decken.

Es ist wichtig, die Router unter Berücksichtigung der physischen und virtuellen Barrieren zu installieren, so dass keine Verbindungseinschränkungen auftreten können. Die Anzahl der zu installierenden Geräte hängt einerseits von der Anzahl der Mitfahrenden und andererseits von der zu erwartenden Nutzungshäufigkeit ab. In Fahrzeugen des öffentlichen Nah- oder Fernverkehrs sind Router naturgemäß hohen Vibrationen ausgesetzt. Hier sind robuste Geräte nötig, die raue Umgebungen unbeschadet aushalten können.   

Die Verbindung aller Geräte in einem Fahrzeug mit einem einzigen LAN ist eine im Zuge der Weiterentwicklung der Technologien voranschreitende Entwicklung.  Mit der Implementierung von Gigabit LTE und 5G wird eine weitere grundlegende Veränderung der mobilen Netzwerkverbindung stattfinden. Im Moment setzen sich 4G LTE-Netzwerke weiter durch, und Unternehmen können sich auf diese mobile Konnektivität verlassen um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, um ihre Kunden und Mitarbeiter besser bedienen zu können.

Sascha Kremer ist Director Carrier Development bei Cradlepoint Deutschland