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M2M, IoT, Industrie 4.0: Low Power Netze: Die Zukunft der M2M-Kommunikation

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Anwendungsbeispiel von Grossenbacher System

Grossenbacher Systeme, ein Tochterunternehmen der Amalthea Group, das sich dem ganzheitlichen Lösungsansatz „vom Sensor bis zur Cloud“ verschrieben hat, hat bereits wirtschaftliche tragfähige IoT-Lösungen auf Basis von LoRa entwickelt. Als Beispiel sei eine Schwarmlösung für die Gebäudetechnik genannt, die sich derzeit in der Umsetzungsphase befindet. Dabei werden Bürobeleuchtungen mit Näherungssensoren und LoRa-Nodes (Sende- und Empfangseinheiten) versehen: Nähert sich eine Person einer Leuchte, so wird über die Leuchte über eine Dali-Schnittstelle entsprechend angesteuert. Gleichzeitig geht ein Funksignal an die umstehenden Leuchten, damit diese eingeschaltet werden, jedoch gedimmt. Bewegt sich nun die Person von einer Leuchte zur anderen, so wird die erste gedimmt und die zweite Leuchte wird heller. Aufgrund der anderen Funksystemen überlegenen Reichweite der LoRa-Signale durch Wände und Decken genügt selbst bei einer mehrstöckigen Installation mit bis zu 500 Leuchten oft ein einziges Gateway – der Aufwand für die Funkinfrastruktur wird minimiert. Selbstverständlich erschließen sich neben der Schwarmfunktionalität weitere zentrale Steuerungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die gebäudeweite Lichtregelung.

Schon diese vergleichsweise einfache Beispiel macht deutlich, welches Potenzial in der LoRa-Technologie steckt – wenn man sie als flexibles und leistungsstarkes Bindeglied zwischen Sensor und Cloud nutzt. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was im Bereich Condition Metering in der Industrie oder Smart Metering in der Haustechnik möglich ist. Und weil im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge so gerne schwindelerregende Zahlen kommuniziert werden, sei hier zum Abschluss noch eine Prognose zum Thema LPWA-Technologien genannt: Das Beratungs- und Marktforschungs­unternehmen Machina Research rechnet bis zum Jahr 2024 mit 3,6 Milliarden LPWA-Verbindungen weltweit; und das ausgehend von wenigen Millionen, die schon heute existieren. LoRa wird davon einen guten Teil beanspruchen und so zu einem wichtigen Treiber fürs IoT werden – unabhängig davon, ob oder wann die Deutsche Telekom beziehungsweise andere Netzbetreiber dem Beispiel der Swisscom folgen.

Der Autor Oliver Roth ist CEO der Schweitzer Amalthea Group.