Messtechnik

Transparenz für SIP-Trunks

8. Januar 2016, 10:10 Uhr | Dirk Christiansen, Geschäftsführer von Nextragen | Kommentar(e)
© Titelbild: Norbert Preiß/Quelle: fotolia.com

Auf dem Weg zu All-IP werden künftig ISDN-Anschlüsse durch SIP-Trunks ersetzt. Dadurch ist es für die Einhaltung der Dienstequalität zwingend notwendig geworden, die vereinbarten und vom Provider bereitgestellten SIP-Merkmale - wie zum Beispiel Call-Forwarding, CLIP/CLIR, Call-Hold, Call-Transfer - zu testen. Auch die Sprachqualität und Verfügbarkeit der zugesagten Sprachkanäle am SIP-Trunk müssen überprüft werden. Die Vorteile des Testings für Kunden liegen auf der Hand: volle Kontrolle über die Servicequalität des Providers sowie selbstständige Überwachung der Einhaltung der vereinbarten Service-Level-Agreements.

Dass klassische Telefonleitungen häufig auch mit älteren Telefonanlagen verbunden sind, hat den Nachteil, dass sich diese traditionellen Telekommunikationssysteme weder einfach noch flexibel erweitern und verwalten lassen. Vom technischen Standpunkt her gesehen, kann eine veraltete Anlage zwar mit Hilfe eines eigenen Gateways für SIP-Trunks (Session-Initiation-Protocol) fit gemacht werden, es erscheint jedoch sinnvoller, gleich eine moderne IP-Telefonanlage anzuschaffen. Denn nur so können alle Vorteile der IP-Telefonie – wie Kosteneinsparungen, höhere Produktivität und Umsatzsteigerungen – genutzt werden.

SIP-Trunking: Wahrheiten & Irrtümer
Diskutiert man im Kontext Neuinvestitionen in die TK-Infrastruktur des Unternehmens das Thema SIP-Trunking, wird schnell klar, dass sehr viele Falschinformationen im Umlauf sind:

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Die Annahme: SIP-Trunking ist ausreichend standardisiert.
Diese Annahme ist nicht richtig.

Obwohl man mehrere "Request for Comments" (RFCs) finden wird, die sich eingehend mit SIP beschäftigen und darüber hinaus vom SIP Forum die "SIPConnect 1.1"-Spezifikation veröffentlicht wurde, bestehen noch immer große Unterschiede in den Implementierungen der verschiedenen Carrier und Gerätehersteller (IP-PBXen, Gateways, Session-Border-Controller/SBCs). Zusätzlich zu diesen technischen Unterschieden nutzen einige Carrier und Provider auch diverse Funktionen und Optionen unterschiedlich, so dass ein Vergleich zwischen den einzelnen SIP-Trunks durchaus schwierig ist, und man aufgrund dessen von keiner Standardisierung im SIP-Trunking ausgehen kann.

Die Annahme: SIP-Trunking funktioniert ohne "Kinderkrankheiten".
Diese Annahme ist teilweise richtig.

Der SIP-Trunk funktioniert dank ausgereifter Technik meistens fehlerfrei. Allerdings ist das Wissen über die Funktionen und Möglichkeiten eines SIP-Trunks sowohl bei Herstellern von Telefonanlagen als auch bei Carriern und Providern noch verbesserungswürdig. Meist erhält man nur mit Mühe und durch viel Nachfragen die gewünschten Antworten. Deshalb ist festzustellen, dass in technischer Hinsicht SIP-Trunking durchaus ausgereift ist, bei der Informationsbeschaffung jedoch durchaus nachgebessert werden muss.

Die Annahme: Durch SIP-Trunking werden Kosten gespart.
Diese Annahme ist richtig.

In Praxistests wurde festgestellt, dass sich gegenüber den traditionellen Lösungen Einsparungen im Bereich von 30 bis 50 Prozent erzielen lassen.


  1. Transparenz für SIP-Trunks
  2. SIP-Trunking: Wahrheiten & Irrtümer
  3. Unterschiedliche Test-Methoden
  4. Monitoring ist Voraussetzung für den Betrieb von VoIP
  5. Das Monitoring in der Praxis
  6. Vorteile des Managed-Services
  7. Aus der Praxis: SIP-Trunk-Testung mit "TraceSim"

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