Glasfaser-Feldmesstechnik

Mobile Alleskönner

14. März 2017, 9:22 Uhr | Autor: Christian Schillab / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Glasfaser-Feldmesstechnik Handheld
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Wenn Handhelds beim Messen von Glasfasern zum Einsatz kommen, gibt es viele Aspekte zu beachten – wie zum Beispiel Unterschiede zu Labor, Aufwand, Vergleichbarkeit der Messergebnisse sowie potenzielle Fehlerquellen.

Betrachtet man Applikationen im Bereich Gebäudeverkabelung und Datacenter, kristallieren sich zwei Trends heraus: Die Geschwindigkeit hat sich in den letzten 20 Jahren um den Faktor 25.000 erhöht; im Gegenzug reduzierte sich das erlaubte Dämpfungsbudget um rund 90 Prozent.

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Entwicklung Dämpfungsbudgets
Entwicklung des Dämpfungsbudgets abhängig von der Applikation in letzten 20 Jahren
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Verringert sich das Budget für den Dämpfungsbelag der gesamten Strecke um diesen Faktor, trifft dies auf den tolerierbaren Messfehler gleichfalls zu. Eine Ausnahme wäre, wenn die verwendeten Komponenten für den Aufbau der Übertragungsstrecke diese Anforderungen mit einer sehr hohen Reserve erfüllen könnten. Bei Gesamtdämpfungsbudgets von weniger als zwei dB ist dies jedoch kaum vorstellbar. Sowohl die Messtechnik als auch Normen, die die Testregimes beschreiben, waren gefordert, diesem Umstand Rechnung zu tragen.

Zwei Messgeräte-Typen
Bei der Abnahmemessung von neuen Glasfaser-Verkabelung-Systemen kommen in der Regel zwei Typen von Messgeräten zum Einsatz. Zum einen der Dämpfungsmessplatz, oft bezeichnet als LSPM (Light Source & Power Meter). Er ermittelt die Dämpfung der Übertragungsstrecke durch den Vergleich zweier Leistungsmessungen, sprich zunächst eine Messung ohne die Übertragungsstrecke (Referenz) und danach eine Messung inklusive der Übertragungsstrecke. Zum anderen das OTDR (Optical Time Domain Reflectometer), welches einen Lichtpuls in die Glasfaser schickt und eine Analyse der Rückstreuung verwendet, um daraus Informationen über den Dämpfungsbelag und Reflektionsparameter der einzelnen Komponenten der Übertragungsstrecke abzuleiten. Ein OTDR eignet sich perfekt, um Defekte oder einen „Flaschenhals“ zu lokalisieren.

Im Vergleich zum LSPM liefert das OTDR mehr Details, ist aber bei der Ermittlung der Gesamtdämpfung ungenauer. Dies ist auch der Grund, warum die relevante Messnorm DIN-14763-3 die Messung mit dem LSPM als primäre Messmethode definiert (Basic Test Regime) und das OTDR als Ergänzung (Extended Test Regime), mit der ein potenzieller „Flaschenhals“ in der Übertragungsstrecke lokalisiert werden kann. Der Messtechniker spricht dabei oft von einer quantitativen versus qualitativen Messmethode. Hier soll es um Messtechnik basierend auf einem LSPM beziehungsweise OLTS (Optical Loss Test System) gehen. Von einem OLTS spricht man typischerweise, wenn das Messgerät beide Fasern einer Übertragungsstrecke gleichzeitig misst, aus der Umlaufzeit die Länge ableitet, daraus einen „längenabhängigen“ Grenzwert errechnet, dem die gemessene Einfügedämpfung gegenübergestellt wird, um daraus eine Pass/Fail-Aussage zu ermitteln.


  1. Mobile Alleskönner
  2. Potenzielle Fehlerquellen im Detail (1 bis 3)
  3. Referenziermethode sowie Güte/Zustand der Messleitungen (4 und 5)
  4. Ablauf & Handhabung (6)

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