Virtueller Testagent für NFV Netzwerke

Kostspielige Hardware wird durch Software ersetzt

Lupe prüft Kette auf Schwachstellen
© Young Hian Lim - 123rf

Viavi, Anbieter von Netzwerktest-Equipment sowie von Monitoring- und Assurance-Lösungen, bietet ab sofort virtuelle Testagenten für NFV-Netzwerke an. Diese vTA lassen sich verteilt im Netz installieren und ermöglichen es, je nach Lizenz, mindestens zehn Ende-zu-Ende Tests gleichzeitig durchzuführen.

Die maximale Übertragungsrate liegt bei 2 Gbit/s, ein für den Accessbereich absolut ausreichender Wert. Höhere Bitraten erfordern allerdings echte Messhardware, wie etwa den MTS-5800-100G von Viavi. Damit lassen sich auch Lasten von 100 Prozent generieren. Der Hauptvorteil virtueller Testagenten besteht darin, dass kostspielige Testhardware vor Ort nicht mehr benötigt wird. Der Softwareagent wird einfach geladen und installiert. So können von zentraler Stelle aus beispielsweise Ende-zu-Ende Messungen auf IP-Ebene oder auch auf L4 TCP (True Speed) durchgeführt werden, um Fehler zu analysieren.

SDN (Software Defined Networking) und NFV als Basis zukünftiger Telekomnetze

Software Defined Networking ist ein intelligenter Ansatz für den Netzwerkaufbau, bei dem die Netzwerksteuerung softwaremäßig erfolgt und von der Hardware entkoppelt ist. Für diese Entkopplung stehen in den Netzelementen zwei Ebenen zur Verfügung, die Control Plane (CP) und die Data Plane (DP). Durch die Trennung der CP von der DP können Anwendungen wie die Netzwerkvirtualisierung wesentlich einfacher realisiert werden. Ziel von NFV ist es, kostspielige Hardware, die zuvor für den Ablauf spezifischer Netzwerkfunktionen benötigt wurde, durch Softwarelösungen zu ersetzen. So wird auch die Agilität des Netzwerks gesteigert. Funktionen werden von ihrer proprietären Hardware gelöst und in die Software integriert. Diese softwarebasierten Lösungen laufen auf einer einheitlichen, flexiblen Plattform, sodass sich die Frage der Interoperabilität nicht mehr stellt. Auf dieser Plattform lassen sich beliebig viele Anwendungen und Dienste bedienen und automatisiert verwalten. NFV-Netzwerke sind daher extrem flexibel und erlauben das schnelle Aufsetzen neuer Dienste. Dies ist vor allem für Unternehmen wichtig, die neue Dienste kurzfristig anbieten möchten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Virtueller Test Agent (vTA) versus Messgerät

Ein Messgerät basiert auf Hardware, die eine hundertprozentige Lastgenerierung und Analyse garantiert. Damit sind Testraten bis zu 100 Prozent und bis hin zu 100 Gbit/s Schnittstellen möglich. Damit ermittelte Messergebnisse sind in aller Regel korrekt und zuverlässig. Allerdings ist ein Transport der Messgeräte zum Teststandort notwendig. Ein vTA dagegen basiert auf Software. Er nutzt die Ressourcen eines Servers, der virtuelle Anwendungen unterstützt. Aktuell beschränkt sich die spezifizierte maximale Lastgrenze bei entsprechend leistungsfähiger Serverhardware allerdings auf zwei Gbit/s. Der Hauptvorteil besteht darin, dass der Transport des vTA zum Teststandort via Upload erfolgt, der manuelle Transport hin zum Teststandort also entfällt.

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