Messtechnik

Auf Nummer sicher testen

22. März 2016, 8:55 Uhr | Autor: Adam Purkiss / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
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Tragbare Messgeräte in Umgebungen mit hoher HF-Leistung: Schutzmaßnahmen und Techniken.

Techniker, die Mobilfunkmasten betreuen, müssen empfindliche HF-Testgeräte einsetzen, die genaue Messergebnisse erzielen. Diese Geräte sollen darüber hinaus tragbar und widerstandsfähig sein. Ein tragbarer Spektrumanalysator ist ein unverzichtbares Gerät für diese Arbeiten. Ein robustes Kunststoffgehäuse und ein gehärtetes Display widerstehen dabei Stößen und Erschütterungen, wie sie im täglichen Einsatz im Feld auftreten. Trotz dieser Robustheit gibt es einen äußeren Einfluss, der sich negativ oder sogar schädlich auf die Funktion eines Messinstruments auswirken kann: übermäßige HF-Leistung.

Trotz aller Fortschritte bei Schutzbausteinen für Elektronikschaltkreise führt das Nichteinhalten der Gerätespezifikation bezüglich der maximalen Eingangsleistung zu einer Beschädigung. Die Genauigkeit und Präzision eines Messgeräts beruht jedoch auf extrem hochwertigen Bauelementen, die mit engen Toleranzen verbaut werden. Die Reparatur oder der Ersatz beschädigter Instrumente kann daher sehr teuer sein. Wie so oft, hilft auch hier Vorbeugen: Im Folgenden werden Methoden und Produkte beschrieben, die Techniker im Feld anwenden sollten, um das Risiko zu vermindern, Messgeräte während des normalen Gebrauchs zu hohen HF-Leistungen und statischer Elektrizität auszusetzen oder Anschlüsse falsch zu stecken.

Die Frontend-Bauteile und die Leiterplatte eines Spektrumanalysators weisen Verbrennungen durch zu hohe HF-Leistung auf. Verfärbungen im Eingangsbereich sind ein Anzeichen dafür.
Die Frontend-Bauteile und die Leiterplatte eines Spektrumanalysators weisen Verbrennungen durch zu hohe HF-Leistung auf. Verfärbungen im Eingangsbereich sind ein Anzeichen dafür.
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Übermäßige kontinuierliche HF-Leistung
Es ist naheliegend, dass ein Prüfgerät beschädigt wird, wenn dauerhaft übermäßige HF-Leistung an den Eingängen des Geräts anliegt. Der resultierende Schaden ist leicht erkennbar – und lässt sich riechen. Dauerhafte HF-Leitung über dem maximal zulässigen Wert, wie er durch den Hersteller festgelegt ist, führt zur Verbrennung verschiedener Bauteile im Gehäuseinneren.

Bei der Signalmessung mit einem tragbaren Spektrumanalysator sollten die HF-Eingänge mithilfe eines externen Dämpfungsglieds mit bekanntem Wert geschützt werden. Damit verringert sich die Amplitude des Eingangssignals auf einen akzeptablen Wert. Sowohl die Dämpfung (in dB) als auch die maximale Nennleistung (in Watt) des Dämpfungsglieds sollten genau festgelegt werden. Wird versehentlich HF-Leistung angelegt, die über den Maximalwerten des Dämpfungsglieds liegt, kann das Eingangssignal nicht mit der richtigen Dämpfung versehen werden, was zu Beschädigungen am Messinstrument führt. Der Wert des Dämpfungsglieds sollte in den Spektrumanalysator eingegeben werden, der automatisch eine Kompensation durchführt. Damit wird weiterhin der korrekte Messwert der empfangenen Leistung angezeigt.


  1. Auf Nummer sicher testen
  2. Stromführende HF-Kabel erkennen
  3. Schutz gegen elektrostatische Entladung (ESD)
  4. Die Gefahr, Stecker falsch anzuschließen
  5. Checkliste für den korrekten Anschluss eines Testgeräts

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