Non-Fungible Tokens

WWF will mit Krypto-Kunst bedrohte Tierarten retten

20. Oktober 2021, 13:00 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Eric Peters, Berggorilla, NFT
Der Berggorilla zählt zu den bedrohten Tierarten, die mit der WWF-Aktion "Non-Fungible Animals" im Fokus stehen. Der Künstler Eric Peters fertigte das Krypto-Gemälde für die Aktion.
© Eric Peters / WWF / dpa

Auch wenn es identische Kopien von ihnen gibt, sollen digitale Kunstwerke durch Blockchain-Technologie zu Originalen erklärt werden. Die Naturschutzorganisation WWF will jetzt Krypto-Kunstwerke als Non-Fungible Tokens verkaufen, um auf bedrohte Tierarten hinzuweisen.

Romulu Kuranyi, Großer Panda, WWF, NFT
Krypto-Kunst von Romulo Kuranyi zum Großen Panda. Die 1.860 Großen Pandas in freier Wildbahn sind bedroht, da ihr Lebensraum massiv abgeholzt wird, wodurch sie zu wenig Bambus zum Essen haben.
© Romulo Kuranyi / WWF / dpa

Die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) will mit Non-Fungible Tokens (NFTs) auf bedrohte Tierarten aufmerksam machen. WWF will dafür Krypto-Kunst mit dem digitalen Echtheitszertifikat NFT verkaufen. Zehn KünstlerInnen haben Werke bedrohter Tierarten wie den Berggorillas oder den Vaquita-Walen geschaffen.

Die Anzahl der Werke ist dabei jeweils auf die genaue Anzahl der noch lebenden Exemplare der dargestellten Tierart limitiert. Die Erlöse aus der Kampagne „Non-Fungible Animals“ (NFAs)sollen WWF-Projekten zum Schutz gefährdeter Tierarten zugutekommen. Mit dem digitalen Echtheitszertifikat NFT gibt der WWF nur eine begrenzte Anzahl an digitalen originalen Kunstwerken heraus, auch wenn es beliebig viele digitale Kopien der Bilder geben kann. Die „Non-Fungible Animals“ gibt es dann ebenso oft wie das abgebildete Tier. Aus 290 noch lebenden Riesen-Ibissen werden beispielsweise 290 NFAs des Berliner Künstlers Vinzent Britz.

Anna Rupprecht, Ostsee-Schweinswal, WWF, NFT
Anna Rupprecht fertigte ein Kunstwerk zum Ostsee-Schweinswal. Es gibt noch 400 Schweinswale in der Ostsee und menschliche Aktivitäten und Chemikalien im Wasser gefährden sie weiter.
© Anna Rupprecht / WWF / dpa

Das Projekt nutzt die Blockchain-Technik Polygon, die als umweltfreundliche Blockchain gilt, weil sie nur einen winzigen Bruchteil des Energiebedarfs hat wie etwa die Validierungskette der Digitalwährung Bitcoin.

„So verkörpert jedes einzelne Kunstwerk ein individuelles Tier, auf dessen Bedrohung durch NFAs aufmerksam gemacht werden soll“, sagte Eberhard Brandes, Chef von WWF Deutschland. „Als WWF haben wir eine tragende Rolle im Bereich der gesellschaftlichen Aufklärung. Wir möchten aufzeigen, wie nah wir am unwiderruflichen Aussterben verschiedener Arten auf diesem Planeten sind.“ Die NFA-Kampagne werde dazu beitragen, die weltweiten WWF-Projekte für diese bedrohten Tiere zu unterstützen und sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu erhalten.

Eric Peters, Berggorilla, NFT
Die Zeichnung von Eric Peters zeigt einen Berggorilla. Der Bestand an Berggorillas liegt derzeit bei etwas mehr als 1.000 Individuen. Ihre Gefährdung rührt vor allem von einem schrumpfenden Lebensraum sowie Auswirkungen des Klimawandels.
© Eric Peters / WWF / dpa

NFTs erleben in der Kunstszene gerade einen Boom: So hat das Auktionshaus Christie‘s beispielsweise eine Collage des Digitalkünstlers Beeple für 69,3 Millionen US-Dollar versteigert. Kunstwerke, die per NFT ausgewiesen sind, stellen einzigartige virtuelle Sammlerstücke dar, die nicht austauschbar sind.

An der WWF-Aktion, die am 2. November beginnt, beteiligen sich unter anderem die KünstlerInnen Anna Rupprecht, Freehand Profit, Eric Peters, Lea Fricke und Romulo Kuranyi. Sie beschäftigen sich mit bedrohten Tierarten wie Berggorilla, Amur Tiger, Cross-River-Gorilla, Vaquita-Wal, Großer Panda, Riesen-Ibis, Buschmannhase und Ostsee-Schweinswal.


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