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Musk präsentiert Neuralink-Prototyp

"Wie ein Fitbit im Kopf"

31. August 2020, 09:15 Uhr   |  Autor: Andrej Sokolow (Washington), dpa / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

© Neuralink

Zur Implantation in das Gehirn entwickelte Neuralink einen Roboter. Die Maschine verbindet die feinen Leitungen des Mini-Computers mit dem menschlichen Gewebe. Hier zu sehen bei der Präsentation durch Elon Musk.

Es klingt zunächst einmal wie Science-Fiction: Ein Chip im Kopf, der mit dem Smartphone kommuniziert und Nervenschäden überbrücken kann. Doch das Gerät funktioniert, betont Milliardär Elon Musk. Und er hat Schweine, um das zu beweisen.

Tech-Milliardär Elon Musk macht Fortschritte bei seinem Plan, das menschliche Gehirn mit Computern zu verbinden. Musk präsentierte am Wochenende den Prototypen eines Geräts seiner Firma Neuralink, das Informationen zwischen Neuronen und einem Smartphone übermitteln kann. Der Mini-Computer ist rund – mit einem Durchmesser von 23 Millimetern bei 8 Millimetern Dicke und soll im Schädel positioniert werden. Neuralink implantiert ihn bereits bei Schweinen.

Musk und Neuralink sehen potenzielle Anwendungsbereiche für die Technologie beim Menschen zum Beispiel bei der Behandlung von Schmerzen, Sehstörungen, Hörverlust, Schlaflosigkeit oder Gehirnschäden sowie bei Rückenmark-Verletzungen. In der Zukunft wäre es denkbar, verletztes Nervengewebe mit Hilfe der Technologie zu überbrücken, etwa damit Menschen wieder laufen könnten, sagte Musk. Zum Zeithorizont machte er keine Angaben. „Die Neuronen sind wie Verkabelung. Und man braucht ein elektronisches Gerät, um ein elektronisches Problem zu lösen.“

Verbindung von Mini-Computer mit dem menschlichen Gewebe
Der aktuelle Neuralink-Prototyp ist unter anderem mit Temperatur-, Druck- und Bewegungssensoren ausgestattet. „Das Gerät könnte also die Gesundheit überwachen und zum Beispiel bei Gefahr von Herzinfarkt oder Schlaganfall warnen“, sagte Musk. Der Mini-Computer im Kopf soll per Bluetooth-Funk mit einer App auf dem Smartphone kommunizieren. Die Batterie hält etwa einen Tag - aufgeladen wird drahtlos. „Es ist wie ein Fitbit mit feinen Drähten in ihrem Kopf“, versuchte Musk es über einen Vergleich mit den Fitnesstrackern zu erklären, die meist in einem Armband stecken.

Neuralink Vorstellung August 2020
© Neuralink

Zur Implantation in das Gehirn entwickelte Neuralink einen Roboter. Die Maschine verbindet die feinen Leitungen des Mini-Computers mit dem menschlichen Gewebe. Außer einer kleinen Narbe unter den Haaren blieben keine Spuren, sagte Musk. „Ich könnte direkt jetzt einen Neuralink haben – und Sie würden es nicht erkennen. Vielleicht habe ich ja auch einen“, scherzte Musk in seiner üblichen Manier. Die ersten Neuralink-Geräte würden noch sehr teuer sein. Er gehe aber davon aus, mit der Zeit die Kosten inklusive Operation auf einige tausend Dollar senken zu können. Einen Zeitraum zum Erreichen dieses Ziels nannte Musk nicht.

Musk zeigte im Neuralink-Hauptquartier im kalifornischen Fremont ein Schwein, bei dem Impulse vom Rüssel übermittelt werden. Jedes Mal, wenn das Schwein mit demNamen „Gertrude“ damit etwas berührte, waren auf einem Bildschirm elektrische Signale zu sehen. Bei einem Schwein auf dem Laufband konnte mit Informationen aus dem Gerät per Software ziemlich genau vorhergesagt werden, wann welches Gelenk aktiviert wird.

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2. Die Kommunikation der Zukunft?

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