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Wenn aus Beschäftigten Aktionäre werden

09. Juni 2021, 10:30 Uhr   |  Sabine Narloch | Kommentar(e)

Wenn aus Beschäftigten Aktionäre werden
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AktionärIn im eigenen Unternehmen – das sind nun etliche MitarbeiterInnen des nicht börsennotierten IT-Unternehmens D.velop geworden. Innerhalb einer Stunde war das freigewordende Kontingent von 4.000 Aktien vollständig reserviert.

Als jüngst ein Aktien-Kontingent frei wurde, bot Christoph Pliete, Gründer und Chief Advisory Officer (CAO), dieses seinen MitarbeiterInnen an. Verlegen um externe Investoren ist das Unternehmen indes nicht: "Wir haben wöchentlich mindestens vier Anrufe von Investoren und Unternehmen, die sich mit teils schwindelerregenden Summen bei uns einkaufen möchten", so Pliete.

MitarbeiterInnen hingegen hält Pliete für die zuverlässigeren Partner als externe Investoren, die oftmals nach fünf bis sieben Jahren finanziellen Engagements wieder ausstiegen. Mitarbeiter hingegen "kennen das Unternehmen, haben ein vitales Interesse an dessen Fortbestand und Wachstum und denken nachhaltig, weil es auch um die eigene Zukunft geht", ist sich Pliete sicher.

Regelrechter Run auf die freigewordenen Aktien

Mit einem Unternehmenszuschuss von 10 Prozent und, dank der jüngsten Novelle des Mitarbeiterbeteiligungsgesetzes, einem steuerlichen Freibetrag von 1.440 Euro gingen die Aktien an die Mitarbeiterschaft. Innerhalb einer Stunde nach Mitteilung über interne Kanäle seien laut Unternehmensangaben alle 4.000 Aktien reserviert gewesen.

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Haben MitarbeiterInnen Aktien des eigenen Arbeitgebers, wirkt sich das auch auf deren Einstellung aus: „Die Identifikation mit der Firma wächst enorm, und das führt zu mehr Motivation und Eigenverantwortung. Ob es generell um Engagement und Einsatz geht oder um Details wie den achtsamen Umgang mit Inventar, Infrastruktur und Arbeitszeit“, sagt Christoph Pliete, Gründer und CAO von D.velop.

Der Wert der Aktie habe sich in den letzten fünf Jahren um rund 400 Prozent gesteigert. Bis 2023 sei zudem eine garantierte jährliche Dividende von 2,5 Prozent festgelegt; danach will D.velop jährlich 50 Prozent des nachsteuerlichen Gewinns ausschütten. "Das bedeutet bei weiterhin so guter Entwicklung Renditen im zweistelligen Bereich", prognostiziert Pliete.

Viele der MitarbeiterInnen haben ihr Aktienpaket mit Hilfe eines Kredits erworben, der sich über einen komplett digitalen Prozess, eingebunden in die Mitarbeiter-App des Unternehmens, beantragen ließ. Die rein digitale Abwicklung basierte dabei nicht auf einer Lösung von D.velop, sondern wurde von der VR-Bank Westmünsterland eG ermöglicht. "Wir waren mit mehreren Banken im Gespräch, und die VR-Bank hat innerhalb kürzester Zeit eine Lösung entwickelt, die uns inhaltlich wie technisch sofort überzeugt hat", so Pliete. "Das digitale Onboarding für den Kredit war innerhalb weniger Minuten erledigt: online gehen, ein paar Daten eingeben, fertig“, so Pliete.

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