5G und IoT

Wegweiser in die Zukunft

17. Juni 2019, 10:20 Uhr | Autor: Olaf Riedel / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Kompetenzen in IoT-Wertschöpfungskette einbringen

IoT-Plattformen, EY
Kundenzentrierte IoT-Plattformen sind der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Das zeigt auch eine aktuelle Studie, für die EY die Potenziale und Wachstumsstrategien europäischer TK-Unternehmen untersucht hat.
© Darstellung ZEW, "Mehr als Konnektivität – digitale Chancen für Telcos", EY

Viele Anwendungen im Internet-of-Things-Umfeld entstehen in Branchen und Technologiefeldern abseits des klassischen Kerngeschäfts der Telekommunikationsunternehmen. Profitable Geschäftsfelder liegen in nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. Mit Blick auf kundenzentrierte Anwendungsfelder wie etwa Smart City, intelligentes Flottenmanagement oder Smart Factory wird die Positionierung zwischen Hardware- und Software-Technologiedienstleistern eine zentrale Herausforderung für die Anbieter sein. Darüber hinaus müssen sie Möglichkeiten finden, ihre Netzinfrastrukturen und Technologiekompetenzen an unterschiedlichen Stellen der Wertschöpfungskette gezielt einzubringen. Im besten Fall können sie Komplettlösungen orchestrieren und steuern, um den maximalen Mehrwert zu schaffen und für sich und ihr Geschäft zu gewinnen.
Aufgrund der hohen Komplexität des IoT-Ökosystems und bislang oftmals noch nicht ausreichender Prozesskenntnisse, ist es den Hauptverantwortlichen bis dato vielfach noch nicht möglich, alle Wertschöpfungsstufen aus einer Hand anzubieten und zu steuern. Strategische Kooperationen mit Unternehmen außerhalb der Telekommunikationsbranche schaffen die Möglichkeit, diese Lücken zu schließen und gemeinsame Ressourcen intelligent zu bündeln und einzusetzen.

Neue Ära der Konvergenz
In der immer stärker vernetzten Welt verschwimmen auch Branchengrenzen zusehends. Damit ergeben sich für deutsche Telekommunikationsunternehmen ganz neue Anwendungsgebiete und Geschäftsmodelle, die auch die Identität der Unternehmen nachhaltig formen. Verteilerkästen zu Ladekästen für Elektroautos aufzurüsten – das ist nur ein Beispiel dafür, wie man in gewisser Weise zu einem Energiedienstleister werden kann.

Die Zusammenarbeit mit Unternehmen anderer Branchen ist dabei besonders wichtig, um die Vernetzung von Maschinen zum Wohle der gemeinsamen Kunden voranzutreiben. Dazu müssen die TK-Unternehmen zunächst die Wahrnehmung im Geschäftsumfeld schärfen und sich als der richtige Partner für die Entwicklung im Bereich Internet of Things positionieren. Davon ist die Branche zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch weit entfernt. Mitunter liegt das auch daran, dass der Fokus vieler Firmen immer noch zu stark im Bereich der reinen Konnektivität liegt und die bisherigen IoT-Anwendungsmodelle nicht die erhoffte Durchschlagskraft erzielt haben. Durch ihr umfangreiches Fachwissen als Hosting Provider und Cloud Service Provider und ihre Expertise im Bereich der Datensicherheit auf mobilen Infrastrukturen haben sie die nötigen Kompetenzen, um eigene IoT-Plattformen zu entwickeln und zu betreiben. Doch um einschlägigen Erfolg zu erzielen, müssen die Strategien mehr auf den Kundennutzen ausgerichtet sein und erheblich mehr Fahrt aufnehmen.

Olaf Riedel ist Managing Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) und leitet das Marktsegment Technologie, Media & Entertainment und Telekommunikation in Deutschland, Schweiz und Österreich.

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