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Die neue Kommunikationskultur

Was bleibt von der Krise?

16. November 2020, 07:29 Uhr   |  Autor: Jürgen Engelhard / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Was bleibt von der Krise?
© KP Arts | Shutterstock.com

In Krisenzeiten werden F&E-Tätigkeiten meist heruntergefahren. Daten aus vergangenene Krisen legen nahe, dass der gegenteilige Kurs kurz- und auch langfristig sinnvoller ist.

Die "Rückkehr zur Normalität" und eine schnelle Reaktion auf aktuelle Gegebenheiten hat für viele Unternehmen höchste Priorität. Die vergangenen Monate haben für den Arbeits- und den Büroalltag vieles verändert, was die Weichen für ein ganz neues "Normal" gestellt hat. Was davon wird bleiben?

Als im März das Büro gegen Homeoffice und wichtige Meetings gegen das Gespräch via Webcam getauscht wurden, war das für viele eine willkommene Abwechslung. Für die IT indes war es eher eine Herausforderung, die schnelles Handeln verlangte. Ein paar Monate später stellt sich nun die Frage: Wie hat die oft kurzfristig eingeführte Technik die Arbeitswelt verändert und welcher Weg ist damit auch über die Pandemie hinaus geebnet worden? Die Unternehmen, die in Sachen Zusammenarbeitslösungen vorgesorgt hatten, stehen vergleichsweise gut da: Ihre Mitarbeiter im Homeoffice konnten weiterarbeiten und dabei eng in Kontakt bleiben. Das hilft auch heute im November, bei aktuellen Änderungen sowie erneutem Wechsel vieler Unternehmen ins Homeoffice.

Dabei hat sich bewiesen, dass die Unternehmensgröße auch die Art der Kommunikationstools determiniert: je größer das Unternehmen, desto offener ist es für moderne Videokonferenz- und Collaboration-Lösungen. Zudem hat die Zeit der Heimarbeit auch Vorbehalte gegenüber digitalen Kommunikationslösungen abgebaut – und gleichzeitig gezeigt, dass der persönliche Kontakt in manchen Situationen eben doch nicht zu ersetzen ist. Das bedeutet: Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben die Vorteile digitaler Kommunikations- und Zusammenarbeitslösungen deutlich gemacht.

Rückenwind für die Digitale Transformation?

Anbieter von Kommunikationslösungen agieren hier in einer Doppelrolle, bei der es insbesondere zu Krisenbeginn auf schnelles Handeln ankam: Auf der einen Seite musste die Gesundheit der Mitarbeiter geschützt werden. Auf der anderen Seite galt es, die Kommunikationsinfrastruktur von Unternehmen, die schnell auf die neuen Umstände reagieren mussten, krisengerecht auf- und auszubauen. Deshalb waren Unternehmen besonders gefragt, um Kunden schnelle und zuverlässige Unterstützung beim Upgrade ihrer Systeme zu bieten. Die installierten Lösungen mussten direkt den Alltagstest bestehen, wobei der Bedarf insgesamt hoch und akut war. Die Erfahrungen in dieser Zeit waren überwiegend positiv, auch Skeptiker berichten von mehr Flexibilität und Produktivität. Wer bereits vor der Krise in entsprechende Lösungen investiert hatte, war nun klar im Vorteil und konnte unter neuen Vorzeichen leichter Fahrt aufnehmen.

Diese Erkenntnisse nähren die Hoffnung, dass die Digitale Transformation in Deutschland jetzt mit mehr Rückenwind voranschreitet. Die letzten Wochen und Monate haben zu einem Umdenken geführt – zum Beispiel beim Thema Cloud: Vorherige grundsätzliche Bedenken waren im Ernstfall weitgehend verschwunden und die Cloud-Nutzung wurde fast über Nacht mehr oder weniger selbstverständlich. Das wird manche Perspektive nachhaltig verändert haben – auch wenn die Themen Bandbreite und Sicherheit weiterhin hochrelevant sind. Aus dieser situativen Dynamik muss jetzt eine langfristige Strategie erwachsen. Die IT-Verantwortlichen werden die technische Ausrüstung in ihren Unternehmen gründlich überarbeiten müssen, um künftig besser für vergleichbare Disruptionen gerüstet zu sein. Nichts Geringeres als ein Kulturwandel hat stattgefunden – vom Druck zur physischen Anwesenheit hin zum selbstverständlichen Einsatz von Video- und Chatfunktionen im Arbeitsalltag. Wer jetzt trotz dieser Erfahrung noch immer nicht handelt, wird in der nächsten Krise mit einem Handicap starten und zu Upgrades im Schnellverfahren gezwungen sein.

Jürgen Engelhard, Mitel
© Mitel

Jürgen Engelhard ist Business Development bei Mitel.

Jetzt gilt es, die richtigen Lösungen zu finden und in eine entsprechende Infrastruktur einzubetten. Die vergangenen Wochen können dabei auch als eine Art Benchmark-Test und Best Practice-Finder gesehen werden: Was hat sich bewährt, wie robust sind einzelne Lösungen – und wie können die Bedürfnisse der Mitarbeiter in puncto Kommunikation, Zusammenarbeit und Flexibilität optimal bedient werden?
Von ad hoc zu permanent: Das ist der Weg, der vor uns liegt. Dabei kommt es auf die richtige Balance an – und darauf, in welchem Maß diese Balance durch die adäquate Technologie gewährleistet werden kann. Corona hat hier so manchen Stein ins Rollen gebracht und die Entwicklung vorangetrieben. Diese Chance sollten wir jetzt auch nutzen.             

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