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Von Wohnzimmer-Konzerten und anderen kreativen "Pandemie-Blüten"

22. April 2021, 13:00 Uhr | Interviews: Sabine Narloch | Kommentar(e)
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Konzerte ohne Publikum, Messen ohne Besucher und Betriebsfeiern fallen aus? Nicht ganz, denn über digitale Wege und dank technischer Lösungen geht auch zu Pandemiezeiten mehr, als man denkt. Die Corona-Krise macht kreativ, wie drei Digitalpioniere zeigen.

Digitalpioniere Wiener Symphoniker Jan Nast
Jan Nast ist Intendant der Wiener Symphoniker. Das Sinfonieorchester wurde im Jahr 1900 als Wiener Concertverein gegründet. Es umfasst über 100 MusikerInnen und widmet sich gleichermaßen der traditionellen Wiener Klangkultur wie Uraufführungen führender Komponisten.
© Lukas Beck

Messen, Veranstaltungen und Face-to-Face-Gespräche fallen durch die Pandemie aus: Wie füllen Sie diese Lücken und inwieweit sind dabei digitale Möglichkeiten hilfreich?

Jan Nast: Kunst und Kultur ist immer Kommunikation. B2B-Kontakte und Branchentreffs konnten schnell reorganisiert werden und funktionieren auch digital ausgezeichnet. Es gibt eine branchenübergreifende Solidarität, die ein gemeinsames, kreatives Denken auch im virtuellen Raum ermöglicht. Aber, und so ehrlich muss man sein: Nichts ist kreativer als ein persönlicher Diskurs, ein direkter Austausch.

Dr. Susanne Hügel: Die Immobilienbranche hat viele Veranstaltungen ins Virtuelle verlagert und diverse Formate getestet. Dies funktioniert mal besser, mal schlechter. Gerade für die kostenpflichtigen Formate besteht die Herausforderung, wie man sich dabei von der Vielzahl an kostenlosen Online-Veranstaltungen absetzen kann. Was fehlt – egal ob bei Veranstaltungen oder Face-to-Face-Gesprächen – ist der direkte Kontakt. Denn zur Kommunikation gehört mehr als nur Audio und Video. Der Einfluss von Körpersprache und einem räumlichen Tapetenwechsel ist dabei nicht zu unterschätzen. Wenn es, wie in der Immobilienbranche, um Hunderte Millionen Euro oder gar Milliarden-Investitionssummen geht, zeigt sich, wie wichtig bereits aufgebautes Vertrauen in Kunden-beziehungen und der Track-Record sind.

Maximilian Balbach: Einerseits ist da die Beziehung zu unseren Kunden. Seit unserem Start vor zehn Jahren betreiben wir eine Buchungsplattform für Werbekampagnen. Kundengewinnung über digitale Kanäle und Inbound-Marketing entsprechen unserer DNA. Aber ja: Natürlich haben wir die digitale Kommunikation ausgebaut. Im Veranstaltungsbereich zum Beispiel, wo auch wir stärker auf digitale Events ausweichen. Auch LinkedIn wurde als Kanal für die Kundenkommunikation immer wichtiger. Auf der anderen Seite steht unser Teamspirit. Um den aufrechtzuerhalten, haben wir virtuelle Kaffee- und Lunchpausen eingeführt. Auch unsere Weihnachtsfeier wollten wir uns nicht nehmen lassen: Auf eine virtuelle Weinprobe folgten ein Online-Jahresrückblick und fröhliches Pictionary-Spielen im Browser. Nicht vergleichbar mit einer Feier vor Ort, aber deutlich lustiger als befürchtet.


  1. Von Wohnzimmer-Konzerten und anderen kreativen "Pandemie-Blüten"
  2. Höhere Konzentration und weniger Unterbrechungen im Homeoffice
  3. Zur Immobilien-Begehung kommt Roboter oder Drohne

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