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Gastkommentar

Von Null auf New Work in wenigen Schritten

19. März 2020, 09:38 Uhr   |  Autor: Fabian Schütze / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Mindset ändern

Richtig ist: Auf Arbeitsplätze, Lobbyisten und IT allein zu setzen, ist kein Allheilmittel, wenn das Umdenken nicht vorher stattfindet und der CIO von New Work überzeugt ist. Wie aber kann die Einstellung im Geschäftsführerkopf geändert werden? Dazu sollte gesagt werden, dass New Work ein ewiges Hin und Her ist, ein Push-pull-push-pull sozusagen. Es liefert der Geschäftsführung daher unter Umständen sehr beruhigende Ergebnisse, einen kleineren Kreis als Testballon zu bestimmen und einfach loszulegen. Einen A/B-Test hat schließlich jede Marketing-Abteilung schon versucht. Schnell zeigt sich, dass viele Meetings, die vorher regelmäßig gehalten wurden, nicht weniger sinnhaft oder gar notwendig waren. Aus der Frage „Darf ich ins Home Office?“ wird schnell „Hat es Sinn, dass wir uns treffen?“.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Im Gegensatz zum A/B-Test im Newsletter-Versand kann mit diesem kein ROI kalkuliert werden. Motiviertere beziehungsweise zufriedenere Mitarbeiter sind theoretisch produktiver. Der Testballon ist dafür ein sehr gutes Mittel, jene Einstellung zu New Work zu ändern.

Und natürlich bleibt Kontrolle ein wichtiges Argument. Entscheidend ist daher, auch bei New Work ein Arbeits-Agreement zu formulieren und eine entsprechende IT-Infrastruktur bereitzustellen, damit sowohl die Interessen der Firma als auch die der Arbeitnehmer nach einem modernen Arbeitsplatz berücksichtigt werden. Ein Beispiel aus der Praxis: Jegliche Arbeitszeit kann zu jedem Zeitpunkt frei erbracht werden, solange drei Regeln eingehalten werden. Erstens sind Deadlines Pflicht. Zweitens muss die Wochenarbeitszeit 40 Stunden betragen. Drittens müssen sich die Projektteams einmal in der Woche zu vereinbarten Zeiten physisch treffen. Das ist so einfach, wie es klingt.

Fabian Schütze, Tresonus
© Tresonus

Der Autor Fabian Schütze ist COO der TRESONUS GmbH und Co. KG.

Natürlich, das neue Arbeitskonzept New Work bedarf – wie jede andere Umstellung auch – Zeit, Kraft und Investitionen. Genauso hat es eigene Vor- und Nachteile. Das kann allerdings kein Grund sein, sich gänzlich der Sache zu verschließen oder sie immer fort nach unten zu priorisieren.

Auch gilt, so wie sich noch nicht jeder Arbeitgeber mit der Idee anfreunden kann, so kann sich auch noch nicht jeder Arbeitnehmer in New Work versetzen. Gegner von New Work wird dieser Kommentar ohnehin nicht überzeugen. Allerdings sollte klar werden, dass die Ausreden bald ausgehen. Denn am Ende wird New Work einen ähnlichen Impact erzeugen wie das Internet selbst. So ist es nicht die Frage ob, sondern wann New Work alle Bereiche der Arbeitswelt erfasst oder gar eingenommen hat.

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