Nachhaltigkeit von Elektronikprodukten

Verbraucherschützer fordern Recht auf Reparatur

7. Januar 2022, 11:07 Uhr | dpa / Redaktion: Stephanie Jarnig | Kommentar(e)
Handyreparatur
© Sebastian Willnow / dpa-Zentralbild / dpa

Es ist ärgerlich: Geht ein Smartphone oder sonstiges elektronisches Teil kaputt, lohnt sich die Reparatur in der Regel nicht, da sie teurer ist als die Neuanschaffung. Nachhaltig ist das auch nicht gerade. Verbraucherschützer pochen bei der neuen Regierung nun auf schnelle Lösungen.

Handy-Akkus lassen sich nicht wechseln, die Reparatur des Fernsehers ist teurer als ein neuer - das muss sich aus Sicht von Verbraucherschützern schnell ändern. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat die neue Bundesregierung aufgefordert, das geplante Recht auf Reparatur rasch umzusetzen. „Das hätten wir gerne innerhalb der ersten hundert Tage auf den Weg gebracht“, sagte Verbandschef Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. Das wäre Mitte März 2022.

Die Nachhaltigkeit von Haushaltsgeräten und Elektronikprodukten müsse deutlich besser werden, betonte Müller. „Viele Menschen ärgern sich ständig, weil etwas kaputt geht und man es dann wegwerfen muss. Das ist schlecht für den Geldbeutel und ein gutes ökologisches Gewissen hat man dabei auch nicht.“

Seit März 2021 gilt in der EU bereits eine neue Ökodesign-Richtlinie mit dem Prinzip „reparieren statt wegschmeißen“. Hersteller von Waschmaschinen, Spülmaschinen, Kühlschränken und anderen großen Haushaltsgeräten müssen dafür sorgen, dass Ersatzteile sieben bis zehn Jahre lang verfügbar sind. Da geht es vor allem um Kleinteile wie Dichtungen oder Sprüharme von Geschirrspülern. Außerdem müssen die Produkte so gebaut sein, dass man sie mit herkömmlichen Werkzeugen auseinanderbauen kann, ohne etwas kaputt zu machen.

So soll der riesige Berg an Elektroschrott reduziert werden, der sich jährlich in Europa anhäuft. Statistisch gesehen produziert jeder Deutsche im Jahr mehr als zehn Kilo Elektroschrott. Den aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamts zufolge wurden im Jahr 2018 insgesamt 853.000 Geräte weggeworfen. Nach Angaben des Europäischen Parlaments werden nur knapp 42 Prozent des in der EU anfallenden Elektroschrotts recycelt.


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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)

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