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KI für industrielle Fertigung

Siemens und Google Cloud kooperieren

19. April 2021, 17:19 Uhr   |  Autor: Martin Fryba | Kommentar(e)

Siemens und Google Cloud kooperieren
© Siemens/Google

Wollen gemeinsam KI/ML im großen Maßstab in die Fertigungsindustrie bringen: Google-Manager Dominik Wee (links) und Axel Lorenz, VP Control bei Siemens Digital Industrie.

Bei seinen Industrial-Edge-Lösungen für Daten- und KI-getriebene Fabrikautomation setzt Siemens selbst auf Google. Prozess-Know-how und Cloud-Expertise wollen Schluss machen mit Insellösungen und mehr schlechten als echten KI-Pilotprojekten in Fabriken.

Bei der Paketierung seiner Industrie-Computer überwachen Hochleistungskameras jeden Schritt, prüfen die korrekte Konfiguration und Qualität der Hardware, das System schlägt Alarm, wenn Parameter nicht passen, am Ende der langen Prüfketten in der Fertigung werden die Versandlabels gedruckt. Alles spielt sich in Echtzeit in der Cloud ab. Siemens beherrscht tiefe Prozesslogistik, Google die Algorithmen und Cloud-Skalierung, die man in KI-gesteuerten Digitalfabriken benötigt. Was intern bei Siemens Simatic schon länger für Effizienz und Kostensenkung sorgt, will Siemens jetzt weiteren Kunden in der Fertigungsindustrie schmackhaft machen. Google und der Münchner Weltkonzern kooperieren, "um Herstellern dabei zu helfen, Innovationen für die Zukunft zu entwickeln", heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.


Weil KI-Projekte von vielen Unternehmen als Insellösung in der Fertigung eingesetzt würden, hätten  Hersteller Schwierigkeiten, KI-Lösungen in großem Umfang in ihren globalen Betrieben zu implementieren. "Viele stecken bis heute in KI-'Pilot-Projekten' fest - das wollen wir ändern", sagte Axel Lorenz, VP Control bei Siemens Digital Industrie. Ziel ist es, die Daten-Cloud und KI/ML-Funktionen von Google Cloud  in das Siemens-Portfolio für die Fabrikautomatisierung zu integrieren. "Diese Kooperation wird das Beste aus beiden Welten vereinen", ergänzt Dominik Wee, Managing Director Manufacturing and Industrial bei Google Cloud.

Einsatzszenarien im Siemens Industrial Edge könnten sein: Wie oben beschriebene visuelle Qualitätskontrolle von Produkten oder vorausschauende Wartung von Anlagen und Fertigungslinien. Google soll für Skalierbarkeit von KI im Betrieb und dessen Management sorgen. Alte trifft neue Welt: Siemens-Manager Lorenz verweist auf 170 Jahre Industrieerfahrung des Münchner Konzerns, während der Weltkonzern Google mit seinen globalen Rechenzentren die Digitalfabriken vernetzt.


Solche Partnerschaften zwischen »alter« Industriewelt und Digitalkonzernen sind stets strategisch, sie werden mitunter von der Fertigungsindustrie selbst vorangetrieben, die die Zusammenarbeit mit AWS und andere Hyperscaler mit Industrie 4.0-Ambitionen ankurbeln. Ausschließlich und exklusiv mit nur einem Cloud-Spezialisten sind solche Konstrukte oft nie. So hatte Volkswagen mit AWS unlängst eine Kooperation geschlossen, um seine Fabriken zu digitalisieren. Mit im Boot bei dieser Initiative: Siemens

Zuerst erschienen auf ict-channel.com.

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