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App-Entwicklung

Schneller zum Ziel

27. Oktober 2020, 11:00 Uhr   |  Autor: Roman Borovits / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Schneller zum Ziel
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Apps können dazu beitragen, dass Unternehmen schneller reagieren können. Doch bei der App-Entwicklung gilt es drei Hürden zu überwinden, wie Roman Borovits von F5 Networks beschreibt: erschöpfte Teams zu entlasten, fehlende Automatisierung von Tools und zu komplexe Architekturen anzugehen.

Im Zuge der globalen Pandemie müssen Unternehmen noch schneller reagieren und sich anpassen. So stehen ihre IT-Abteilungen ständig unter Druck, neue Funktionen zu entwickeln und eine zuverlässige Performance von Anwendungen zu gewährleisten. Durch eine höhere Entwicklungsgeschwindigkeit können Unternehmen von Wettbewerbsvorteilen aufgrund schnellerer Markteinführung profitieren. Gleichzeitig lassen sich Betriebskosten senken, wenn neue Technologien zu effizienteren Prozessen führen. Zudem sind Kunden mitunter bereit, für schnelleren Service mehr zu bezahlen.

Doch der Weg zu einer höheren Geschwindigkeit wird in der Regel aus drei Gründen gebremst: erschöpfte Teams, fehlende Automatisierung von Tools und zu komplexe Technologie-Architekturen.

Erste Hürde: erschöpfte Teams
Die Intensität und Wiederholung der heutigen agilen Entwicklungsmethoden können leicht zu Ermüdung und Burnout führen. Daher sollten Unternehmen Self-Service ermöglichen, um die Produktivität zu steigern. Zum Beispiel können Infrastruktur-Teams Dienste wie A/B-, Canary- und Blue/Green-Tests in einem Self-Service-Portal direkt für Entwickler und DevOps-Teams bereitstellen. Dies reduziert die Zeit für den manuellen Aufbau oder die Konfiguration der Infrastruktur. Gleichzeitig erhalten Entwickler Eigenverantwortung und den nötigen Zugriff auf Anwendungen – ohne Schatten-IT.

Entwickler sollten auch nicht mit zusätzlichen Meetings überlastet werden. Laut der Studie einer Studie von Harness unter US-Developern seien demnach 52 Prozent der Entwickler zufriedener als vor dem Ausbruch der Pandemie, wobei 43 Prozent das Bereitstellungstempo erhöht haben. Doch gleichzeitig stieg die Zahl der Besprechungen enorm, auch um den Verlust persönlicher Begegnungen auszugleichen. Entwickler brauchen zwar tägliche Stand-Ups, um Probleme anzusprechen oder Fortschritte zu überwachen, aber zu viele Meetings überlasten sie.

Zweite Hürde: fehlende Automatisierung der Tools
Das Rückgrat jeder starken DevOps-Strategie ist die CI/CD-Pipeline, die den gesamten Lebenszyklus vom Erstellen über das Aktualisieren bis zum Bereitstellen von Anwendungen verwaltet. Um eine voll funktionsfähige CI/CD-Pipeline zu ermöglichen, müssen Unternehmen ihre Infrastruktur wie Code behandeln. Dann lassen sich Bereitstellung, Konfiguration und andere Änderungen automatisieren, ohne die Anforderungen an die Teams zu erhöhen. Dies trägt zu einem konsistenteren, zuverlässigeren und wiederholbaren Prozess bei, der die Zeitspanne verkürzt, bis Anwendungen die Verbraucher erreichen.

Die Umstellung auf deklarative APIs kann nicht nur das Geschäftswachstum fördern, sondern bildet auch eine wichtige Grundlage für moderne digitale Angebote. Bei DevOps sind APIs besonders wichtig für eine effiziente CI/CD-Pipeline und die Entwicklung hin zu entkoppelten, serviceorientierten Diensten. Deklarative APIs beschreiben eher, was geschehen muss, als wie es erreicht werden muss. Dies verkürzt erheblich die Zeit für die Bereitstellung und Konfiguration von Diensten.

Dritte Hürde: komplexe Technologie-Architekturen
Die größte Herausforderung bildet jedoch die hohe Komplexität. Laut einer F5-Studie nutzen 90 Prozent der Unternehmen mehrere Clouds. Doch die Mehrheit ist nicht auf größere Störungen vorbereitet. Daher sollten sie Tools konsolidieren. Haben die Entwickler freie Hand, wählt wahrscheinlich jedes Team ein anderes Tool. Doch die Kontrolle darf nicht zu streng sein. Unternehmen sollten eine begrenzte Anzahl von Standard-Plattformen bereitstellen, damit Entwickler eine gewisse Auswahl erhalten, aber gleichzeitig das Management noch beherrschbar bleibt. Dies verbessert die Transparenz, Flexibilität und Ausfallsicherheit.

Moderne Architekturen und Umgebungen erhöhen auch den Bedarf an Portabilität. Eine gängige Methode zur Kontrolle des Tool-Wildwuchses ist die Standardisierung auf einen Cloud-Provider oder Platform-as-a-Service (PaaS)-Anbieter. Dies vereinfacht zwar die Integration, aber das Unternehmen ist dann an eine einzige, oft stark präskriptive Infrastruktur gebunden. Um anpassungsfähig und Provider-unabhängig zu sein, sollten kompatible Lösungen genutzt werden – Container, virtuelle Maschinen und Public, Private oder Hybrid Clouds.

Roman Borovits ist Senior Systems Engineer bei F5

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