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Deutsche SAP-Anwendergruppe e.V.

SAP-Anwender sehen Zukunft im hybriden Betrieb

14. Januar 2020, 09:01 Uhr   |  Autor: Ralf Peters / Redaktion: Sabine Narloch

SAP-Anwender sehen Zukunft im hybriden Betrieb
© Wavebreak Media Ltd - 123RF

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) hat Einblicke in 3.500 Mitgliedsunternehmen. Welche Themen diese im Hinblick auf die Cloud aktuell beschäftigen, weiß Ralf Peters von der DSAG.

Viele der mehr als 3.500 Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) wollen insbesondere bestehende Geschäftsprozesse digitalisieren. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Industrieverbands hervor. Die Mitgliedsunternehmen haben erkannt, dass sie kurzfristig Kosten sparen und Umsatz steigern können, wenn sie ihre Prozesse digitalisieren und automatisieren. Demnach gibt es hier auch die meisten erfolgreichen Projekte.

ERP-Umstellung als Ergebnis digitaler Transformation
Vor diesem Hintergrund geht die DSAG auch davon aus, dass die Anzahl der realisierten S/4HANA-Projekte deutlich steigen wird. SAP hat auf Wunsch der Anwender die Programme S/4HANA Adoption Starter und S/4HANA Movement ins Leben gerufen, die den Unternehmen helfen sollen, ihren Weg von SAP ERP zu S/4HANA zu finden. Mit S/4HANA Movement kommt nach Adaption Starter das zweite sehr nützliche Programm. Es ist eine Mischung aus geführten sowie in Eigenregie durchgeführten Elementen. Das Programm wurde entwickelt, um unter anderem zu beantworten: Warum ist der Umstieg auf S/4HANA wichtig? Warum sollte ich jetzt auf S/4HANA wechseln? Welche Vorteile und welchen Return on Investment erzielen Kunden, die umgestiegen sind? Welche Tools, Programme, Inhalte und Services bieten SAP und Partner für eine erfolgreiche Umsetzung?

Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG), Cloud
© Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG)

Ralf Peters ist Fachvorstand Digitalisierung, Finance & Value Chain der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG)

Doch auch wenn es solche Programme gibt, muss jedes Unternehmen den Weg zum „intelligenten Unternehmen“ weiterhin individuell gehen – mit einer passenden Taktung bzw. Geschwindigkeit und mit den richtigen Produkten. Dass das nicht überall von heute auf morgen funktionieren wird, ist selbsterklärend. Insgesamt spielt es aus Sicht der DSAG auch keine Rolle, ob die Zukunft S/4HANA, autonome ERP-Systeme oder ein ECC 6.0 vorsieht. Viel wichtiger ist, dass die Umstellung des ERP-Systems jetzt für die nächste Zeit eingeplant wird. Ob das vor, parallel, oder nach einer digitalen Transformation geschieht, ist nur von den eigenen Umständen abhängig.

Von SAP wünscht sich die DSAG für ihre Mitglieder daher als Anwenderverband noch mehr Unterstützung und klare Definitionen der Produktlandschaften für diverse Unternehmensszenarien. Um zum Beispiel zukunftsfähige und integrierte Applikationen sowie deren Zusammenspiel in hybriden Landschaften unter Berücksichtigung der verschiedenen digitalen Innovationen besser auf die eigene Zielarchitektur hin planen und realisieren zu können.

Hybrider Betrieb statt Cloud-only
SAP sieht zwar vor, dass perspektivisch alle Prozesse standardisiert und ohne Modifikationen möglichst in der Cloud – public oder private in einem SAP-Rechenzentrum – laufen. Doch hier muss und wird die DSAG auch in Zukunft Grenzen aufzeigen und versuchen, SAP wieder näher an die Bestandskunden zu bringen. Denn: In vielen Anwenderunternehmen ist eine Cloud-only-Strategie aufgrund organisatorischer, legaler oder technischer Rahmenbedingungen einfach nicht realisierbar. Daher geht die DSAG mittelfristig von hybriden Systemlandschaften aus.

Im Klartext: Die Cloud ist (noch) nicht für jeden Bereich und jede Branche geeignet. Beispiel Gesundheitssektor. Während die bisherigen Lösungen On-Premise genutzt werden, zeichnet sich in Zukunft für die klinischen Prozesse seitens SAP eine Strategie hin zu Cloud-Lösungen ab – basierend auf der SAP Cloud Platform. Gleiches gilt auch für den Einsatz der Cloud in der Fertigungsindustrie. Dieser Wechsel und die damit verbundenen Veränderungen in der IT-Architektur hin zu „hybriden Landschaften“, führen jedoch zu neuen Fragen, z. B. hinsichtlich des IT-Betriebs und des Datenschutzes, die gegenwärtig noch nicht beantwortet werden können. Hier sieht die DSAG seitens SAP dringenden Handlungsbedarf.

Der Betrieb hybrider Landschaften ist einerseits komplex. Andererseits werden die meisten Unternehmen einer Cloud-only-Strategie aus den genannten Gründen nicht folgen. Daher fordern wir als Anwendervereinigung von SAP geeignete Werkzeuge und belastbare Roadmaps, um die Metamorphose langfristig planen und realisieren zu können. Die DSAG-Mitgliedsunternehmen brauchen wettbewerbsfähige Produkte, die funktional und qualitativ überzeugen. In einer hybriden und heterogenen Systemlandschaft ist es extrem wichtig, dass sich das SAP-Portfolio ohne großen Aufwand integrieren lässt und dass die Vorteile der Cloud durch komplexe Schnittstellen nicht wieder zunichte gemacht werden.

Vertikales Lizenzmodell wünschenswert
Vor dem Hintergrund einer hybriden Zukunft ist SAP gefordert, ihre Kunden bestmöglich beim Auf- und Ausbau sowie beim Betrieb hybrider Lösungen zu unterstützen. Ein wesentlicher Punkt sind in diesem Zusammenhang passende Lizenzmodelle. Passend bedeutet, dass sie den Anforderungen der Kunden entsprechen müssen. Sie sollten einfach, attraktiv und flexibel gestaltet sein. Ein vertikales Lizenzmodell, das bestehende On-Premise-Lizenzierungen für die Cloud berücksichtigt, ist vielleicht ein großer Schritt für SAP. Für die Kunden ist es aber der entscheidende Faktor auf ihrem hybriden Weg in die Cloud.

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