3D-Drucker

Porzellan wie gedruckt

© snyggg - Fotolia

Beschädigte Kunstgegenstände aus Porzellan lassen sich nun mit Hilfe von 3D-gedruckten Porzellanteilen restaurieren. Entwickelt hat das Verfahren das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden.

Neue Technik für altes Kunsthandwerk: Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden hat mit Partnern innovative Verfahren entwickelt, um abgebrochene Kleinteile aus Porzellan von wertvollen Prunkvasen im 3D-Drucker zu rekonstruieren. Auf diese Weise könnten Museen künftig beschädigte Porzellanunikate detailgetreuer und langlebiger als bisher restaurieren, teilte das Institut am Dienstag mit.

Aktuell müssen Restauratoren noch die benötigten Kleinteile entweder per Hand aus Porzellan formen oder auf nicht dauerhaft beständige Kunststoffe ausweichen, wenn sie 3D-Drucker einsetzen wollten, hieß es. „Nun wird es möglich, höherwertige oder sogar originalgetreue Materialien wie eben Porzellan zu verdrucken“, erklärte Projektleiter Tassilo Moritz.

„Dieses Verfahren hat das Potenzial, sich zu einer wichtigen Ergänzung für die Restaurierung wertvoller Kunstgegenstände aus Porzellan zu entwickeln“, erläuterte Heike Ulbricht, Restauratorin in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Dem Institut zufolge sind die mit diesem Verfahren erzielten Ergebnisse so vielversprechend, dass die Projektpartner ihre Ergebnisse inzwischen in einer virtuellen Konferenz Restauratoren renommierter Kunstsammlungen und Unternehmen aus ganz Deutschland vorgestellt haben.

Um Omas angebrochene Sammeltasse zu reparieren, seien die neuen Porzellan-3D-Druckverfahren aber vorerst noch zu teuer und aufwendig, hieß es. „Das ist kein Verfahren für Alltagsgegenstände“, so Moritz. Gedacht sei es für historische Kunstgegenstände, die sich nun mit hochwertigeren und dem Original identischen Materialien restaurieren ließen.


Verwandte Artikel

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

Anbieterkompass