Robotik im Gesundheitswesen

Operations-Roboter als Unterstützung in Kliniken

8. September 2022, 13:48 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
da Vinic-Operationsroboter
© Intuitive Surgical Operations, Inc.

Das „da Vinci“-Operations-System wird künftig in der Asklepios Harzklinik Goslar eingesetzt. Die vier Roboterarme kommen bei Operationen zum Einsatz und werden von den ChirurgInnen gesteuert. Ein Vorteil des Roboters sollen schonendere Eingriffe für die PatientInnen sein.

Ärzte mit OP-Roboter
Prof. Dr. med. Tung Yu Tsui, Chefarzt der Klinik für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie (l.) mit Johannes Erbes, Leitender Oberarzt, und dem „da Vinci“-Roboter.
© Asklepios

Es ist erstmals in der Harzregion im Einsatz und noch schonender für PatientInnen: Mit dem Operationssystem „da Vinci“ verfügt die Asklepios Harzklinik Goslar nun über die Möglichkeit, besonders schonende, minimal invasive Operationen nur mit kleinem Bauchschnitt, mit Hilfe eines Roboters durchzuführen. „Wir freuen uns, dass wir den Bürger:innen dieses sehr effektive System für Operationen persönlich vorstellen können“, sagt Prof. Dr. med. Tung Yu Tsui, Chefarzt der Klinik für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie in der Asklepios Harzklinik Goslar. Der Experte wird den Roboter zusammen mit seinem Team der Öffentlichkeit präsentieren. „Das durch einen Roboter unterstützte Operationssystem ist einzigartig in der Region und kommt den Patientinnen und Patienten zugute.“

Beispielsweise für Gallenblasen-Operationen, aber auch für PatientInnen mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes ist die OP-Technik des „da Vinci“-Systems bedeutend: Sie kann sogar bei hochkomplizierten Eingriffen wie der Speiseröhren-, Magen- und Darmkrebsoperation eingesetzt werden.

Johannes Erbes, Leitender Oberarzt in der Klinik für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie in der Asklepios Harzklinik Goslar, ergänzt: „Die Vorteile sind enorm: Die Operateure können noch präziser operieren, für die Patient:innen ist der Eingriff noch schonender, Nerven und Gefäße werden besser geschützt, große Narben vermieden. Die Patient:innen können sich schneller erholen und in der Regel deutlich früher als sonst nach Hause entlassen werden. Es gibt weniger Wundheilungsstörungen.“

Wegen der Beweglichkeit der vier Arme in mehrere Richtungen, welche die der menschlichen Hand deutlich übertrifft, wird das System vor allem in Körperregionen eingesetzt, die konventionell weniger gut erreicht werden können, auf engstem Raum. Die ChirurgInnen führen hierbei die Eingriffe laparoskopisch als sogenannte „Schlüsselloch-Operationen“ durch. Ein großer Bauchschnitt ist hierbei nicht mehr notwendig. Stattdessen erfolgt der Eingriff über mehrere kleinere Öffnungen in der Bauchdecke. Über diese führen ÄrztInnen die Operationsinstrumente und eine Kamera ein. Bei den „da Vinci“-Armen funktioniert das genauso. Das Prinzip: Alle Arme werden von dem Chirurgen gesteuert, der an einer Konsole sitzt und den Operationsbereich bis zu zehnfach beziehungsweise 40-fach vergrößert und in 3D sieht, wodurch er feinste Details erkennen kann. Dabei überwacht das 3D-Videosystem die Bewegungen. Das System überträgt alle Handbewegungen in kleinere, präzisere Bewegungen an die winzigen „da Vinci“-Instrumente im Körper des Patienten.

Die roboter-assistierte Chirurgie erweitert die klassische Laparoskopie wesentlich und verbessert diese minimal invasive Methode grundlegend. Damit ergänzen die Harzkliniken ihr Behandlungsangebot und können auf diese Weise den PatientInnen alle Operationsformen anbieten, bis hin zur robotisch-assistierten Operation. Bei dieser „robotergestützten“ Operation hilft der „da Vinci“-Roboter dem Operateur bei endoskopischen Eingriffen – der Roboter operiert also nicht selbst. Der Wert des „da Vinci“-OP-Systems liegt bei 1,8 Millionen Euro, finanziert aus Eigenmitteln von Asklepios. Die ersten Operationen mit dem Roboter wurden bereits erfolgreich in der Harzklinik Goslar vorgenommen.

Die Asklepios Harzklinik Goslar hat am 7. und 8. September BürgerInnen die Möglichkeit geboten, den neuen „da Vinci“-Operationsroboter kennenzulernen und selbst an einer Simulations-Puppe zu operieren.


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