Softwareentwicklung

Mit Low-Code gegen den digitalen Flickenteppich

4. März 2022, 6:30 Uhr | Autor: Florian Binder / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Programmierung
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In vielen Unternehmen finden Digitalisierungsmaßnahmen vornehmlich innerhalb der Grenzen von Fachbereichen oder Arbeitsgruppen statt. Diese suchen gezielt nach neuen Apps und Services, um ihre Herausforderungen im Tagesgeschäft zu lösen. Das führt nicht selten zu einem digitalen Flickenteppich.

In vielen Unternehmen finden Digitalisierungsmaßnahmen vornehmlich innerhalb der Grenzen von Fachbereichen oder Arbeitsgruppen statt. Diese suchen gezielt nach neuen Apps und Services, um ihre Herausforderungen und Probleme im Tagesgeschäft zu lösen. Nicht immer brauchen sie dafür große Anwendungen mit vielen Features – oft reichen kleine Produktivitätstools, die beispielsweise Dateneingaben prüfen, Reports erstellen oder Abläufe automatisieren. Die Tools übernehmen repetitive Aufgaben, die – manuell durchgeführt – langweilig, zeitraubend und fehleranfällig sind. Dadurch machen sie die Mitarbeiter nicht nur effizienter und produktiver, sondern steigern auch deren Zufriedenheit und Motivation.

Auf den ersten Blick ist dieser Ansatz gar nicht schlecht, weil die kleinen Helfer schnell eingeführt sind und umgehend einen Nutzen liefern. Allerdings verhindert die Automatisierung von Einzelaufgaben häufig die durchgehende Digitalisierung von Prozessen, da sich die Tools nur sehr aufwändig verknüpfen und schlecht mit einer übergeordneten Prozesssteuerung versehen lassen – aus vielen Flicken wird nun mal selten ein guter Teppich.

Mit einem solchen ist das komplexe Geflecht aus Abläufen, die zu einem Ende-zu-Ende-Prozess gehören, durchaus vergleichbar. Ein Beschaffungsprozess zum Beispiel erstreckt sich von der Bedarfsmeldung über die Bestellung und Lieferung bis zur Eingangsrechnung und Bezahlung. Hier sind unzählige Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen involviert, die sich abstimmen müssen und Daten in den unterschiedlichsten Systemen bearbeiten, prüfen, freigeben. Zur Tagesordnung gehören dabei meist Rückfragen per Telefon, der Austausch von Dokumenten per E-Mail und das Zusammensuchen von Informationen auf Fileservern und in Anwendungen.

Prozessoptimierung Ende-zu-Ende

In einem durchgehend digitalen Beschaffungsprozess werden abteilungsübergreifend alle Systeme geschickt verknüpft und Abläufe weitgehend automatisiert. Mitarbeiter brauchen sich dann nicht mehr um die Organisation der einzelnen Prozessschritte zu kümmern, sondern können sich auf fachliche Aufgaben wie die Freigabe von Budgets oder das Anweisen von Zahlungen konzentrieren. Das Unternehmen wiederum profitiert von kurzen Bearbeitungszeiten und niedrigen Kosten – dazu kommt eine hohe Transparenz, denn der aktuelle Bearbeitungsstand einer Anschaffung ist innerhalb des gesamten Prozesses jederzeit nachvollziehbar, und auch Stellen, an denen es im Ablauf regelmäßig hakt, fallen schnell auf. So können Unternehmen kontinuierlich Prozessoptimierungen vornehmen und den digitalen Ende-zu-Ende-Prozess um weitere Produktivitätstools oder Workflow-Steuerungen erweitern, sprich: den digitalen Teppich ausbessern.

Florian Binder, Pegasystems
Florian Binder, Principal Solution Consultant bei Pegasystem: „Letztlich sind Unternehmen mit Low-Code in der Lage, ihre Digitalisierung viel ambitionierter anzugehen und einen größeren Nutzen aus ihr zu ziehen. Und das, ohne sich im Klein-Klein vieler Projekte auf Arbeitsgruppen- oder Abteilungsebene zu verlieren, die zu einem digitalen Flickenteppich führen.“
© Pegasystems

Natürlich ist die durchgehende Digitalisierung eines kompletten Prozesses deutlich komplexer und aufwändiger als das vergleichsweise bequeme Digitalisieren einzelner Aufgaben. Allerdings gibt es mit Low-Code durchaus ein Werkzeug, das geeignet ist, derartige Projekte ressourcenschonend, risikoarm und zügig zu stemmen und dabei sogar noch zu vereinfachen. Leider verwechseln Unternehmen Low-Code gerne mit Low-End, doch mit den richtigen Low-Code-Plattformen lassen sich leistungsstarke und skalierbare Anwendungen auf Enterprise-Niveau erstellen. Der Schlüssel dafür ist ein integriertes Case-Management mit KI-Fähigkeiten, das alle zu einem Vorgang gehörenden Systeme, Daten, Geschäftsregeln, Bots und Mitarbeiter verbindet. Und das sämtliche Prozessschritte überwacht und steuert sowie Mitarbeiter unter anderem durch Datenprüfungen und Handlungsempfehlungen bei Entscheidungen unterstützt. Alle unternehmensspezifischen Regeln, Compliance-Vorgaben und gesetzlichen Anforderungen stecken im Case-Management und nicht in den einzelnen Apps, Tools und Bots, sodass sie sich einfach zentral verwalten und entlang der gesamten Prozesskette nutzen lassen.


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