Intel bekommt PC-Abwärtstrend zu spüren

Licht und Schatten im Halbleitermarkt

16. August 2022, 13:34 Uhr | Autorin: Michaela Wurm | Kommentar(e)
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Die Quartalszahlen der großen Chip-Konzerne fallen recht unterschiedlich aus. Während die eingebrochene PC-Nachfrage Branchenriese Intel das Geschäft verhagelt, brummt das Geschäft mit Datacenter-Chips bei AMD und Samsung. Auch Qualcomm profitiert.

Halbleiter, die in immer mehr Produkten weltweit eingesetzt werden, sind nach wie vor ein begehrtes Gut. Die massiven Lieferengpässe der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die Branchenriesen ihre Produktionskapazitäten massiv ausbauen. Dadurch dürfte sich der Markt in den kommenden Jahren wieder entspannen.

Auch die weltweite Nachfrage wird nach Einschätzung der Marktforscher nicht mehr so ungebremst weitersteigen wie zuletzt. So geht etwa Gartner davon aus, dass der weltweite Halbleiterumsatz 2022 zwar weiter zulegen wird, Die Analysten erwarten aber nur noch ein Wachstum von 7,4 Prozent, die Hälfte ihrer bisherigen Prognose.

Zur Jahresmitte 2022 zeigte sich in den Quartalsbilanzen der großen Chip-Hersteller bereits, dass nicht alle mit steigenden Einnahmen rechnen können. So musste Intel nach einem heftigen Umsatzeinbruch und einem dreistelligen Millionenverlust im 2. Quartal seine Jahresziele kassieren. Ein Grund für die schlechte Performance war der Umsatzrückgang im PC-Geschäft um ein Viertel auf 7,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis der Sparte brach um 73 Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar ein. Aber auch bei Chips für Rechenzentren ging Intels Umsatz um 16 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar zurück. Konzernchef Pat Gelsinger führte das vor allem auf den wirtschaftlichen Abschwung zurück, räumte aber auch hausgemachte Probleme ein, unter anderem beim Hochfahren der Produktion einiger Chips.

Die Intel-Konkurrenten konnten das Quartal deutlich erfolgreicher abschließen. So meldete AMD einen Rekordumsatz von 6,6 Milliarden Dollar – 70 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Der operative Gewinn lag bei 526 Millionen Dollar, der Nettogewinn betrug 447 Millionen Dollar. Anders als bei Intel konnten bei AMD alle Bereiche zulegen: Chips für Datacenter erzielten ein Umsatzplus von 83 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Aber auch im Client- und Gaming-Segment schaffte AMD zweistellige Zuwachsraten.

Auch bei Samsung ließ das Chip-Geschäft im 2. Quartal die Kasse klingeln. Die Chip-Sparte trug 28,5 Billionen Won zum Umsatz bei, 24 Prozent mehr ist als im Vorjahresquartal. Der koreanische Hersteller verdankt das gute Ergebnis vor allem der starken Nachfrage nach Speicherchips für Server.

Und auch bei Qualcomm liefen die Geschäfte. Der Chipkonzerns konnte in seinem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal den Umsatz im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn sprang sogar um 84 Prozent auf 3,73 Milliarden Dollar. Bei Qualcomm machte sich die starke Position im Smartphone-Markt positiv bemerkbar. Der US-Hersteller spielt eine führende Rolle bei Modems für Mobiltelefone. Auch in vielen Android-Smartphones stecken die Snapdragon-Prozessoren von Qualcomm.

Zuerst erschienen auf ict-channel.com.


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