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Technologietrends 2020

Keine Angst vor unbekannten Gewässern

16. Januar 2020, 11:00 Uhr   |  Autor: Thomas Vetsch / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Keine Angst vor unbekannten Gewässern
© mihtiander - 123rf

In Sachen Technik war 2019 ein unfassbar spannendes Jahr: SaaS, KI, Augmented Reality, neue soziale Plattformen und Geschäftsmodelle haben nicht nur bei Citrix und seinen Kunden und Partnern vieles verändert, sondern ganze Märkte weltweit auf den Kopf gestellt.

Neue Rollenverteilung für den CIO
Die Rolle des CIO verändert sich: Viele Jahre lang war er der Herrscher über das sogenannte „Department of No“, die Abteilung, in der alle Fragen mit Nein beantwortet werden. Der CIO der Zukunft hingegen wird mehr und mehr vom Information Officer zum Innovation Officer – seine Aufgabe wird es sein, positive Veränderungen in der IT dezidiert voranzutreiben und sowohl IT als auch Business aus ihren Silos zu holen und zusammenzuführen. Die Frage nach dem „Wie“ wird sich in Sachen Technologie zukünftig seltener stellen als die nach dem „Warum“. Und im Jahr 2020 sollte ein CIO in der Lage sein, sie zu beantworten.

Die Gig-Economy wächst weiter
Das Jahr 2019 hat gezeigt, dass sich althergebrachte Formen der Arbeit in einem grundlegenden Veränderungsprozess befinden. Die Gig-Economy gewinnt als Wirtschaftsmodell immer mehr an Bedeutung. Als Folge daraus müssen wir anfangen, Arbeit neu zu definieren und zu denken. So wird es in vielen Fällen zur Normalität werden, dass wir einen Teil unserer Mitarbeiter und Kollegen im echten Leben nie zu Gesicht bekommen – nicht zuletzt, da Arbeit an Freelancer ausgelagert wird. Firmen müssen sich auf diese Entwicklung vorbereiten und entscheiden, welche IT-Services in Zukunft für reibungslose Workflows erforderlich sind und in die eigenen bestehenden Systeme integriert werden müssen.

Künstliche Intelligenz als Entwicklungsmöglichkeit
Der Begriff KI ist aus der Tech-Welt seit einigen Jahren nicht mehr wegzudenken und unzählige Unternehmen schmücken sich und ihre Produkte mit der „innovativ“ anmutenden Worthülse. Tatsächlich steckt KI noch in den Kinderschuhen und wird meist vor allem als Synonym für Machine Learning gebraucht. Trotz allem wird unser Alltag immer „smarter“: Man denke nur an die mittlerweile äußerst ausgereiften Engines für personalisierte Online-Erfahrungen oder die zunehmende Verbreitung von Sprachassistenten, die unser Online-Shopping nachhaltig verändern wollen.  

KI wird auch 2020 wichtig bleiben und weiter ausgebaut werden. Jedoch insbesondere in Form der sogenannten Narrow AI, also einer KI, die auf ein sehr spezifisches Anwendungsgebiet begrenzt ist, sowie weiterhin im Zusammenhang mit Machine-Learning-Algorithmen, die fast überall im Einsatz sind, wo heute von KI die Rede ist. Die entscheidende Frage ist dabei nicht, wie viele Arbeitsplätze durch KI ersetzt werden, sondern welche neuen Entwicklungsmöglichkeiten für bestehende Jobs entstehen, wenn wir die Technologie zu unserem Vorteil nutzen.

Wischen und reden – interaktive Gerätesteuerungen sind auf dem Vormarsch
Wer nicht als „Millenial“ oder Angehöriger der „Generation Z“ zählt hat noch miterlebt, dass Technologien wie Gesten- und Sprachsteuerung primär Stoff für Science-Fiction-Filme waren. Das hat sich, wie wir wissen, innerhalb kürzester Zeit geändert: Der ein oder andere hat zwar auch vorher schon mit seinem Computer gesprochen, doch bis vor Kurzem war dieser nicht in der Lage, zuzuhören – geschweige denn zu antworten.

Egal, ob es darum geht, mit einem Gerät zu sprechen, über den Bildschirm zu wischen oder in einer neuen, virtuellen Umgebung zu versinken: Gesten- und Sprachsteuerung wird die Art und Weise grundsätzlich verändern, wie wir mit Geräten, aber auch miteinander interagieren.

Everything-as-a-Service (EaaS)
Bei Citrix zeichnet sich eine zunehmende Akzeptanz für SaaS-Technologien ab, die bestehende On-Premise-Anwendungen immer öfter ersetzen. Die großen Cloud-Anbieter bauen ihre Services zu einem Versprechen aus, alles als Service anzubieten – „Everything-as-a-Service“ ist geboren. Somit werden diese Angebote zu einem immer wichtigeren Teil der Unternehmens-IT und damit einer neuen Welt, die 2020 noch klarere Formen annehmen wird.

Paradoxerweise zeigt sich aber auch, dass immer noch viele Anwendungen von internen Teams im Unternehmen entwickelt werden, allerdings auf eine ganz neue Weise: Monolithische Architekturen für Anwendungen sind Schnee von gestern und werden immer mehr durch Micro-Service-Apps abgelöst. Diese erfordern natürlich, dass die IT-Teams Ansätze in Sachen Development und Operations verfolgen und nutzen.

Unternehmen müssen ihre IT-Teams zukunftsfähig aufstellen, wenn sie weiterhin wettbewerbsfähig bleiben wollen. Natürlich nur in einem sinnvollen Maß, denn nicht jede neue Technologie macht für die eigenen Services und IT-Struktur Sinn. Dennoch sollten Unternehmen sich nicht scheuen, unbekannte Gewässer zu betreten – die internen Prozesse werden in den meisten Fällen davon profitieren.

Thomas Vetsch, Director Sales Engineering Central Europe, Citrix

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