Digitalisierung des Gesundheitswesens

KBV hält am Starttermin des E-Rezeptes fest

E-Rezept Apotheke
Ein Mann mit seinem Handy in der Hand, auf dem die App „Das E-Rezept“ geöffnet ist, wird in einer Apotheke von einer Apothekerin bedient.
© Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Das E-Rezept und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) werden Medienberichten zum Trotz hierzulande geplant zum Jahresanfang 2022 starten. Man habe jedoch eine Richtlinie festgesetzt, wonach einzelne Arztpraxen bis Ende Juni 2022 auch noch mit Papierbelegen arbeiten dürften.

Damit dementierten KBV und das für die Umsetzung zuständige Unternehmen Gematik am Donnerstag Medienberichte, wonach der Start des E-Rezeptes und der eAU auf Ende Juni 2022 verschoben worden seien. „Die Starttermine sind gesetzlich vorgeschrieben und können von der KBV nicht verschoben werden“, sagte ein Sprecher der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf Anfrage. Die KBV habe allerdings eine Richtlinie festgesetzt, wonach einzelne Arztpraxen bis Ende Juni 2022 auch noch mit Papierbelegen arbeiten dürfen, wenn technische Schwierigkeiten bei der Digitalisierung im Wege stünden. „Das ist auch aus Sicht der Ärzte und Patienten ein sinnvolles Verfahren“, sagte der KBV-Sprecher. Das behindere aber nicht den Start der beiden Verfahren in vielen Arztpraxen.

Die App für das E-Rezept stammt von der Gematik, die mehrheitlich dem Bund gehört und für den Aufbau eines sicheren Gesundheitsdatennetzes verantwortlich ist. Das Bundesgesundheitsministerium und die Gematik versprechen sich vom E-Rezept eine höhere Arzneimittelsicherheit für die Patienten, wenn alle eingenommenen Arzneimittel mit Blick auf Neben- und Wechselwirkungen kontinuierlich geprüft werden. Außerdem soll der gesamte Ablauf von der Verschreibung in den Arztpraxen über die Abholung durch die Patienten bis hin zur Abrechnung bei den Krankenkassen viel effizienter gestaltet werden.

Eine Sprecherin der Gematik betonte, durch die KBV-Richtlinie ändere sich an den gesetzlich festgelegten Terminen zur Einführung nichts. „Hier geht es um das Ersatzverfahren, falls Ärztinnen und Ärzte technisch nicht in der Lage sind, die eAU oder das E-Rezept anzuwenden.“


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