Widersprüchliche Signale

(K)ein Ende des Lieferstaus in Sicht

17. Juni 2022, 11:50 Uhr | Autor: Lars Bube | Kommentar(e)
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Während Samsung und Apple die Produktion ihrer Smartphones wegen des Ukraine-Kriegs und den chaotischen Lieferketten gedrosselt haben, glaubt Sony offensichtlich an ein baldiges Happy End.

Kurz nach Apple hat nun offenbar auch Samsung seine Verkaufsziele bei Smartphones für das laufende Jahr reduziert. Wie die südkoreanische Tageszeitung Maeil Business Newspaper unter Berufung auf Konzerninterne Kreise berichtet, hat der Elektronik-Multi das Produktionsziel bei seinen Fertigern um gut zehn Prozent gekürzt. Hatte Samsung ursprünglich gehofft 2022 erstmals mehr als 300 Millionen Smartphones absetzen zu können, sollen es jetzt nur noch rund 280 Millionen werden. Genau wie bei Apple sind der Grund dafür die anhaltenden Schwierigkeiten in den Lieferketten sowie der Krieg in der Ukraine, der diese weiter verschärft und zudem wegen der deshalb verhängten Sanktionen gegen Russland zu einem Absatzeinbruch führen könnte.

Völlig anders bewertet die aktuelle Lage indes offenbar Sony. Der japanische Konzern hat gerade erst offiziell bekannt gegeben, dass er in den nächsten Wochen und Monaten mit einer spürbaren Verbesserung der Liefersituation rechnet. Deshalb soll vor allem die Produktion der Playstation 5 nun deutlich hochgefahren werden – und zwar auf Rekordniveau. Nach etwas mehr als 12 Millionen im Vorjahr sollen dieses Geschäftsjahr fast 20 Millionen der Konsolen produziert und ausgeliefert werden. Das wären beinahe so viele Geräte, wie bisher insgesamt seit der Vorstellung der Playstation 5 im November 2020 gebaut wurden. Handel und Spieler würde es sicherlich freuen, wenn dieser Plan aufgeht und sich dadurch die Verfügbarkeit und auch die Preise endlich normalisieren würden. Ob das allerdings tatsächlich so reibungslos klappt, darf bezweifelt werden. Selbst CFO Hiroki Totoki warnte bei der jüngsten Investorenkonferenz: „Angesichts der Situation in der Ukraine und in Russland und der Verlangsamung der Weltwirtschaft infolge der rasanten Inflation, erwarten wir, dass das Nachfrageumfeld in diesem Geschäftsjahr noch schwieriger sein wird als in den letzten Jahren.“

Zuerst erschienen auf ict-channel.com.


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