Schwerpunkte

DSAG-Investitionsreport 2021

IT-Ausgaben in Corona-Zeiten

21. Januar 2021, 16:30 Uhr   |  Sabine Narloch | Kommentar(e)

IT-Ausgaben in Corona-Zeiten
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Trotz coronageschüttelten Zeiten steigt in 39 Prozent der für den DSAG-Investitionsreport befragten Unternehmen das IT-Gesamtbudget. Neben den typischen Kennzahlen wurde heuer erstmals die Lizenzstrategie der Unternehmen beim Umstieg auf S/4Hana ermittelt.

Wie ist es um die Fortschritte der Unternehmen bei der Digitalisierung generell bestellt? Hier sehen sich 41 Prozent der Unternehmen als „weit/sehr weit“. Das sind 9 Prozentpunkte mehr als noch im letzten Jahr. Die Pandemie hat im ein oder anderen Unternehmen sicherlich die Erkenntnis reifen lassen, dass es nun an der Zeit ist, in den digitalen Wandel zu investieren.

Auch das Budget für allgemeine Investitionen in die IT steigt in 2021 laut den Ergebnissen des DSAG-Investitionsberichts immerhin noch bei 39 Prozent der befragten DSAG-Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Vorjahr waren es noch 46 Prozent. 37 Prozent gehen von gleich hohen Investitionen wie im Vorjahr aus. “Zwar steigen die Budgets weniger stark als noch im Vorjahr, aber innerhalb der letzten Monate haben sich die Erwartungen von sinkenden Budgets leicht erholt. Das lässt optimistisch in die Zukunft schauen“, konkretisiert Jens Hungershausen, Vorstandsvorsitzender der DSAG, die aktuelle Lage.

DSAG-Investitionsreport 2021
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Entwicklung der IT-Budgets und SAP-Budgets

So planen 63 Prozent hohe und mittlere Investitionen für die Effizienzsteigerung bestehender Prozesse. Als zweiwichtigster Aspekt wird die Schaffung von Informationstransparenz gesehen (47 Prozent), gefolgt von der Flexibilisierung der Beziehungen von Kunden und Partnern (26 Prozent). Für die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle und Services wollen 34 Prozent hohe und mittlere Investitionen tätigen. „Das zeigt, deutlich, dass bei zwei Drittel der Unternehmen immer noch im Vordergrund steht, das Bestehende zu optimieren, anstatt innovativ in neuen Szenarien zu denken“, so Jens Hungershausen, Vorstandsvorsitzender der DSAG.

Leichter Rückkgang bei SAP-Investitionen
An die 49 Prozent für SAP-Investitionen im Jahr 2020 schließen die befragten Unternehmen heuer nicht ganz an, dennoch wollen immerhin 43 Prozent der Befragten hier mehr investieren. Sinken werden die Budgets für SAP laut Report bei 18 Prozent der Befragten, bei 35 Prozent bleiben die Investitionen gleich. 

Hohe und mittlere Investitionen für ERP-Lösungen wollen 44 Prozent für S/4Hana On-Premises tätigen, nurmehr 25 Prozent planen dies für die Business Suite. Im Vergleich zu 2020 bedeutet das einen weiteren Rückgang um 10 Prozentpunkte bei den hohen und mittleren Investitionen in die Business Suite. Ein Indiz dafür, dass der Umstieg auf S/4Hana im Gange ist. „Es geht kontinuierlich voran mit dem Umstieg. Aber er will auch gut geplant sein. Da ist eine gewisse Zurückhaltung in diesen unsicheren Zeiten verständlich“, so Hungershausen.

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Lizenzstrategie beim Umstieg auf S/4Hana

Erstmals Frage zur Lizenzstrategie
Wie es um die Lizenzstrategie der Unternehmen beim Unstieg auf S/4Hana bestellt ist, wurde bei der Umfrage zum Investitionsreport 2021 erstmals abgefragt. Hier gaben 22 Prozent der Befragten an, in ihrem bestehenden Lizenzmodell zu bleiben, also eine Product-Conversion durchzuführen. 12 Prozent wollen erst einmal im bestehenden Lizenzmodell bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt per Contract-Conversion in das S/4Hana-Lizenzmodell wechseln. 13 Prozent wechseln direkt. Allerdings haben 39 Prozent noch keine Entscheidung bezüglich des Umstiegs getroffen. „Die hohe Quote derer, die sich noch nicht entschieden haben, könnte auf eine gewisse Unsicherheit bezüglich des richtigen Weges zurückzuführen sein. Beim Wechsel in die S/4Hana-Welt verändert sich ja auch die Produkt- und Lizenzmetrik“, so Jens Hungershausen. Bei einer Lizenzkonvertierung warten zudem auf die Kunden mehrere Herausforderungen, weshalb mehr Flexibilität bei der Lizenzierung wünschenswert wäre.

Bei der Lizenzstrategie herrscht somit noch Aufklärungsbedarf bei den Unternehmen. Der Interessenverband will laut eigenen Angaben alles dafür tun, im Sinne der Anwenderunternehmen zu agieren und gemeinsam mit SAP adäquate Lizenzlösungen für den Weg von der “alten” in die “neue” Welt zu finden.

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