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Ein Blick in die Zukunft

Ist das Internet bereit für Virtual Reality und 5G?

28. Oktober 2016, 09:12 Uhr   |  Autor: David Eden / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Ist das Internet bereit für Virtual Reality und 5G?
© fotolia.com

Das Internet gehört für viele heutzutage zur Grundversorgung – und wir neigen dazu, seine ständige Verfügbarkeit für selbstverständlich zu halten. Es lohnt sich, einen Blick in die (nahe) Zukunft des Internets zu werfen.

Derzeit gibt es weltweit rund eine Milliarde WhatsApp- und mehr als 80 Millionen Netflix-Nutzer und im Durchschnitt nutzt jeder Mensch sein Mobiltelefon etwa vier Stunden am Tag. Diese Zahlen zeigen, wie abhängig Menschen mittlerweile von Kommunikation und dem Abrufen von Inhalten über das Internet geworden sind.

Mit der fortschreitenden Entwicklung neuer Technologien, Geräte und Anwendungen, die auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen sind, stellt sich die Frage, ob das Internet in der Lage sein wird, den zusätzlichen Druck datenhungriger Technologien wie Virtual Reality (VR) zu bewältigen. Und wird 5G, über das alle in der Branche sprechen, wirklich so schnell starten, wie Organisationen wie die Europäische Kommission es erwarten?

Der größte Bandbreiten-Fresser: Video
Der Druck auf die weltweiten Netze entsteht nicht nur über die reine Zahl der Verbindungen, die von Milliarden von IoT-Anwendungen erzeugt werden, sondern auch über die Bandbreite. Im Jahr 2020 werden Video-Inhalte mehr als 80 Prozent des gesamten Internetverkehrs ausmachen, wobei pro Sekunde fast eine Million Minuten an Video-Content über das Internet übertragen wird. Während immer mehr Inhalte von der Sport-, Fernseh- und Filmindustrie für Oculus Rift, Google Glass, Samsung Gear und andere Virtual Reality-Headsets entwickelt werden, wird der Internettraffic durch VR-Inhalte erwartungsgemäß um das 60-fache bis zum Jahr 2020 ansteigen. Ein Grund für dieses erhebliche Wachstum ist, dass VR fünfmal mehr Bandbreite als HDTV benötigt, um eine immersive Benutzererfahrung zu schaffen. Während jedoch die Unternehmen, die die Infrastruktur des Internets besitzen und betreiben, die nötige Bandbreite zur Unterstützung von VR bereitstellen können, ist das Breitband zu Hause oft nicht ausreichend, was zu einem verzerrten Seherlebnis führen kann. Daher sollten Investitionen in sehr latenzarme, leistungsstarke Last-Mile-Netze getätigt werden, um den Anforderungen von VR gerecht zu werden. Nur dann kann die Branche die exzellente und immersive Nutzererfahrung für Virtual Reality sicherstellen, die die Verbraucher erwarten.

Virtual Reality und Augmented Reality – wie Pokémon Go eindrucksvoll gezeigt hat – sind prädestiniert für den Einsatz auf mobilen Endgeräten. Aber aufgrund der Konnektivitätsanforderungen dieser Technologien und um eine nahtlose Benutzererfahrung überall und zu jeder Zeit zu garantieren, setzt die Telekommunikationsbranche ihre Hoffnungen auf 5G.

Mobilfunkbetreiber in Europa und weltweit wollen zukünftig in der Lage sein, allen Kunden und nicht nur Gamern die neuesten VR- und AR-Anwendungen bereitstellen zu können. Indem sie ihre Netze mit 5G ausstatten, hoffen sie, dass ihre Abonnenten für die zusätzliche Geschwindigkeit und Bandbreite bereit sind, mehr zu bezahlen. Damit erwarten sie, den Weg für eine Reihe von datenintensiven Anwendungen, die auch für unterwegs geeignet sind, zu ebnen und so die benötigten Investitionen für das 5G-Rollout zu rechtfertigen. Deshalb gibt es in Europa, den USA und im asiatisch-pazifischen Raum kaum einen Mobilfunkbetreiber, der nicht darauf setzt, den heiligen Gral der 5G-Konnektivität so schnell wie möglich ihren Kunden bereitzustellen. Doch vielleicht lohnt ein zweiter Blick.

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1. Ist das Internet bereit für Virtual Reality und 5G?
2. Wird 5G so schnell wie gedacht verfügbar sein?
3. Fortgesetztes Wachstum des Internets

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