Redi School NRW und Mitsubishi Electric

IoT-Kurs für Geflüchtete und Migranten

17. Mai 2022, 10:20 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)
Redi School Mitsubishi IoT Internet of Things
Redi School-StudentInnen beim IoT-Kurs mit ehrenamtlichen Lehrkräften von Mitsubishi Electric
© Redi School

Die im Jahr 2015 gegründete Redi School ist eine gemeinnützige Programmierschule, die Geflüchteten und Migranten digitale Fähigkeiten vermittelt. Aktuell laufen an der Redi School-Dependance in Nordrheinwestfalen neun Lehrgänge, darunter ein Internet-of-Things-Kurs.

Die von Anne Kjaer-Bathel gegründete Redi School hat inzwischen verschiedene Standorte in Deutschland, Dänemark, Schweden und Äthopien. Rund 6.000 Studenten aus 96 Nationen sind es laut eigenen Angaben, die mit Hilfe von rund 4.000 ehrenamtlichen Trainern und 100 Partnerunternehmen weitergebildet werden – darunter an der Redi School NRW in Düsseldorf. Dort lernen derzeit 149 techinteressierte Geflüchtete und Migranten aus 31 Nationen in neun Kursen Hightech-Know-how.

Darunter ist auch ein IoT-Kurs, der in Zusammenarbeit mit Mitsubishi Electric stattfindet. Seit Anfang März lernen zehn Redi-Studenten die Theorie und Anwendungspraxis von IoT direkt im Hauptsitz von Mitsubishi Electric in Ratingen. Damit sollen die Teilnehmer bis zum Kursende im Juni im Bereich Industrie 4.0 fit gemacht werden.

Die Lehrkräfte sind Mitsubishi-MitarbeiterInnen, die den Unterricht ehrenamtlich abhalten. Doch neben der Freude, ihr Wissen weiterzugeben, profitieren auch die Experten von vertiefendem Wissen: „Die Redi-TeilnehmerInnen im Bereich Digitalisierung zu trainieren ist eine sehr interessante und wertvolle Aufgabe“, so Michael Rummel, Senior Software Engineer, Factory Automation European Development Center, Mitsubishi Electric Europe B.V. Niederlassung Deutschland. „Mein persönliches Win-Win: Durch das Unterrichten steige ich tiefer in die Programmiersprache Python ein!“

Und auch die Lernenden sind von den Inhalten der Kurse angetan: Nkonye Gbadegoye ist Redi-Studentin und Teilnehmerin am IoT-Kurs: „Es ist erstaunlich: Wir lernen Programme zu schreiben, die Roboter steuern. Das will ich unbedingt lernen! Bislang habe ich bei RedI bereits die Kurse HTML & CSS sowie Python, Maschine-Learning und Cloud-Computing absolviert. Nach dem Kurs würde ich gerne ein Praktikum im IoT-Bereich machen!“

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Mit dem Weiterbildungskonzept, das Theorie und Praxis verbindet, möchten die Redi School und Mitsubishi Electric dem Fachkräftemangel entgegenwirken und gleichzeitig die Integration von Geflüchteten und Migranten verbessern.

Das sieht Andreas Wagner, Präsident der deutschen Niederlassung von Mitsubishi Electric Europe B.V., ähnlich: „Wir brauchen motivierte Menschen, die digitale Technologie als Chance begreifen. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Perspektiven, die Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen gestalten wollen. Deshalb unterstützen wir die Redi School of Digital Integration. Sie bietet ein wirkungsvolles Konzept, dem IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken, indem sie Menschen die Möglichkeit eröffnet, sich einzubringen und ihre Potentiale zu entfalten.“

Und so sei die Ausbildung von tech-affinen Menschen mit Migrationshintergrund „nicht nur ein Charity-Programm, sondern ein kluges Verhalten für Unternehmen, die in der Tech-Branche weiterhin führend sein wollen“, wie Gründerin und Geschäftsführerin der Redi School Anne Kjaer Bathel ausführt.

Bathel wurde für ihre Arbeit für die Redi School im Jahr 2018 vom Handelsblatt als „Mutmacherin des Jahres“ ausgezeichnet und erhielt 2020 als beste weibliche Social Entrepreneur den German Start-up Award. In Deutschland gibt es unter anderem in München eine Redi School, die im Jahr 2018 eröffnet wurde (funkschau berichtete).


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