Auftragsfertigung

Intel gewinnt Amazon und Qualcomm als Kunden

27. Juli 2021, 9:22 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Intel Headquarter, The Robert Noyce Building in Santa Clara, California,
© Walden Kirsch/Intel Corporation

Intel will mit einer neuen Innovations-Roadmap bis zum Jahr 2025 wieder führend unter Chip-Herstellern werden. Cloud-Riese AWS von Amazon und Chip-Hersteller Qualcomm wollen künftig Packaging und Processing der Intel Foundry Services nutzen.

Der Chip-Hersteller Intel hat zwei erste namhafte Kunden für seine Dienste als Auftragsfertiger präsentiert. Es sind Amazons Cloud-Sparte AWS und der Chipkonzern Qualcomm, dessen Technik in zahlreichen Smartphones steckt. Dabei will AWS bei eigens entwickelten Server-Prozessoren auf Intels Technik zum Montieren von Elementen des Chipsystems setzen. Qualcomm will dabei auf die erste neue Transistor-Architektur von Intel seit mehr als einem Jahrzehnt zurückgreifen, die 2024 einsatzbereit sein soll.

Die Technologie, die der Chip-Gigant als „Intel 20A“ bezeichnet soll zwei Besonderheiten haben: Zum einen ist der Halbleiter rundum mit der Schaltschicht ummantelt, was die Transistoren im Chip reaktionsschneller und effizienter machen soll. Zum anderem gelang es Intel nach eigenen Angaben zum ersten Mal, die Transistoren von der Rückseite mit Strom zu versorgen. So sollen sich Leitungen zwischen den Transistoren einfacher verlegen lassen, die sich bisher den Platz mit der Stromzufuhr teilen müssen.

Mit den Innovationen will Intel zum Jahr 2025 wieder führend in der Chipfertigung werden. Aktuell gelten nach diversen Rückschlägen beim Branchenprimus die Auftragsfertiger TSMC und Samsung technologisch vorn.

Intel tat sich zuletzt beim Produktionsprozess für Chips mit Strukturbreiten von 7 Nanometern schwer. Je kleiner die Strukturbreite, desto mehr Transistoren passen auf eine Halbleiterscheibe. Intels 7-Nanometer-Chips rutschten nach Verzögerungen auf das Jahr 2023, während der Erzrivale AMD bereits Produkte in dieser Strukturbreite im Angebot hat.

Intel argumentiert nun allerdings, dass die in der Branche verwendeten Nanometer-Angaben nur noch einen ungefähren Bezug zur Realität hätten. Deshalb lässt der Konzern sie fallen und führt eine neue Namensgebung ein. So wird die bisherige 7-Nanometer-Technologie künftig unter der Bezeichnung Intel 4 geführt. Und der bisherige verbesserte 10-Nanometer-Chip als Intel 7. Das neue Namenssystem soll auch die Einschätzung einiger Experten widerspiegeln, dass Intels Prozessoren effizienter als Konkurrenz-Chips mit ähnlichen Strukturbreiten seien.


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