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Stimmungsbarometer

Industrie der Eurozone im Dreijahreshoch

02. März 2021, 06:47 Uhr   |  Quelle: dpa / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Industrie der Eurozone im Dreijahreshoch
© sdecoret | Shutterstock

Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hellt sich trotz Corona-Krise weiter auf. Der Einkaufsmanagerindex des Forschungsinstituts IHS Markit stieg im Februar um 3,1 Punkte auf 57,9 Zähler. Es sei der höchste Wert des auf einer Umfrage basierenden Indikators seit drei Jahren.

Die Industrie entwickle sich immer mehr zum Lichtblick in der Eurozone, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Der Indikator liegt schon seit mehreren Monaten klar über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Laut Markit hat sich die Stimmung in allen Ländern der Eurozone bis auf Griechenland verbessert. Die Unternehmen profitierten derzeit von einer hohen Inlands- und Exportnachfrage, erklärte Williamson. Grund sei die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung mit fortschreitenden Corona-Impfungen.

Das solide Wachstum des Industriesektors helfe dabei, die anhaltende Corona-Schwäche in vielen konsumorientierten Branchen wettzumachen, sagte Williamson. Die Auswirkungen der jüngsten Corona-Maßnahmen würden dadurch in vielen Ländern abgemildert. Schon seit längerem sind der Handel und die Dienstleister wesentlich stärker von den Beschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen als die Industrie.

Zunehmend klagen Unternehmen jedoch über Engpässe in den Lieferketten. Bemerkbar macht sich dies laut Markit in deutlich längeren Lieferzeiten und Nachschubproblemen. Wegen der weltweit anziehenden Nachfrage und coronabedingter Transportprobleme seien die Einkaufspreise der Unternehmen so stark gestiegen wie seit fast zehn Jahren nicht mehr, erklärte Markit.

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI)

Der EMI ist ein monatlich herausgegebener Indikator zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und der Eurozone. Das Konjunktur-Barometer wird von Markit Economics und dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellt. Er orientiert sich am US-amerikanischen Purchasing Managers Index (PMI). Der EMI ist ein Gesamtindex, der einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der Industrie ermöglicht. Er gilt laut Wikipedia-Angaben nicht nur als ein wichtiger Indikator für das Verarbeitende Gewerbe, sondern auch für die gesamte Wirtschaft, und leitet sich aus insgesamt elf Teilindizes ab, die die jeweilige Veränderung zum Vormonat wiedergeben. Eine Notierung des EMI unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte in der Industrie im Vergleich zum Vormonat schrumpften, Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Wert von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat. Je größer die Abweichung von der Referenzlinie, desto größer ist die Veränderung. Basis des EMI ist die Befragung einer relevanten Auswahl von Einkaufsmanagern nach der Entwicklung von Kenngrößen wie Auftragseingang, Auftragseingang Export, Auftragsbestand, Einkaufsmenge und vielen weiteren.

 

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