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Mittelständler in der Corona-Krise

In der Not erfinderisch

13. Juli 2020, 06:37 Uhr   |  Diana Künstler | Kommentar(e)

In der Not erfinderisch
© Laborant | Shutterstock.com

In diesem Jahr wird die Siegerehrung auf virtuellem Wege stattfinden. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht fix, er wird aber um den ursprünglichen Termin, den 22. Juni, liegen.

Mittelständische Unternehmen reagieren verstärkt mit Innovationen auf die Corona-Krise. Je größer der Umsatzeinbruch, desto höher die Innovationstätigkeit. Dies zeigt eine aktuelle Sondererhebung auf Basis des KfW-Mittelstandspanels.

43 Prozent aller Unternehmen haben angesichts der Pandemie bereits ihre Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle verbessert oder planen entsprechende Maßnahmen. Dies zeigt die aktuelle Sondererhebung. Angesichts der kurzen Dauer seit Ausbruch der Krise sei dies ein beachtenswert hoher Anteil. Im Vergleich dazu hätten im Zeitraum 2016 – 2018 lediglich 19 Prozent der Mittelständler Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt. Dazu kommt, dass Unternehmen, die unter starken Umsatzeinbußen leiden, sich besonders innovativ (41 Prozent) zeigen. Außerdem sind Unternehmen, die bereits in der Vergangenheit Innovationen hervorgebracht haben, auch in der Krise überdurchschnittlich innovationsaktiv (42 Prozent gegenüber 30 Prozent bei Unternehmen ohne Innovationstätigkeit in den zurückliegenden Jahren). Dies zeige laut KfW, dass innovative Unternehmen in der Lage sind, kurzfristig auf Krisen zu reagieren. Sie seien somit krisenfester als andere Unternehmen.

Innovativ, aber nicht zwangsläufig mit Langzeitfaktor
Allerdings basieren die Corona-bedingten Innovationen seltener auf Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten und werden nahezu ohne Vorlaufzeit im Unternehmen umgesetzt. Dies lässt darauf schließen, dass sie nicht das Ergebnis längerfristiger Entwicklungsprozesse sind, sondern häufig ad hoc umsetzbare Maßnahmen darstellen. Die angespannte finanzielle Lage der Unternehmen dürfte dagegen gerade dazu führen, dass tiefergehende Innovationsvorhaben in der Krise zeitlich gestreckt, im Umfang verringert oder ganz aufgegeben werden. Somit ist zu befürchten, dass von der Corona-Krise negative Auswirkungen auf das Hervorbringen grundlegender Innovationen im Mittelstand ausgehen.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, sagt zu den Ergebnissen: “Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland stemmen sich aktiv gegen die Krise. Viele von ihnen haben sehr schnell ihre Prozesse und Geschäftsmodelle den erschwerten Rahmenbedingungen angepasst. Das ist positiv. Wichtig ist aber auch, dass die Unternehmen ihre Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten aufrechterhalten können und sich die Fähigkeit bewahren, echte Marktneuheiten zu entwickeln.”

Verbesserungen vor allem in den Prozessen
Die Studie zeigt, dass der Schwerpunkt der Innovationen auf den Unternehmensprozessen liegt. 21 Prozent alle mittelständischen Firmen haben diese verbessert oder erneuert. 14 Prozent der Unternehmen haben ihr Geschäftsmodell erneuert oder verbessert. Ebenfalls 14 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht. Dieser im Vergleich zu den Prozessinnovationen geringere Anteil steht im Einklang mit Überlegungen, wonach Produktinnovationen häufiger in Aufschwung-Phasen auf den Markt gebracht werden.

Der Fokus Volkswirtschaft Nr. 295 “Innovationen in der Corona-Krise: Not macht erfinderisch” steht Interessierten unter www.kfw.de/fokus zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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