Schwerpunkte

Handy-TV mit DVB-SH

15. Februar 2008, 00:00 Uhr   |  funkschau sammeluser | Kommentar(e)

In Europa konnte sich Fernsehen für Handys bislang noch nicht durchsetzen. Ab 2009 wird eine weitere Technologie den Markt bereichern – eine Kombination aus Satelliten- und Mobilfunk-Übertragung.

Von Joachim Linz und Hans-Jürgen Tscheulin

Die Entwickler des neuen satellitengestützten TV- und Radio-Übertragungssystems haben die so genannte Luft-Schnittstelle speziell auf die Eigenschaften tragbarer Geräte wie Handys ausgerichtet. Die Festlegungen sind für den direkten Empfang der Sendungen vorgesehen und sind in dem jüngst verabschiedeten Standard DVB-SH integriert. Das ist gewissermaßen eine Schwester des DVB-H-Standards; der eignet sich ebenfalls für Handgeräte, ist jedoch für terrestrische Signalverteilung konzipiert. Beide sind Mitglieder der digitalen DVB-Familie mit dem gemeinsamen großen Bruder DVB-T. Das T steht für „terrestrische“ Verbreitung des Signals, jedoch in einer Bildauflösung, wie sie für Wohnzimmergeräte notwendig ist.

In Südkorea und in Japan genießen bereits mehr als eine Million Kunden die Annehmlichkeiten des Handyfernsehens. Im Straßencafé, im Freizeitpark oder im Auto empfangen die Kunden Fernseh- und Radioprogramme ihrer Wahl direkt aus dem All. Allerdings funktioniert dort das Handyfernsehen mit dem in Deutschland entwickelten Standard DMB (Digital Multimedia Broadcasting), der aus DAB, (Digital Audio Broadcasting) hervorgegangen ist. Nach einer EU-Meldung vom 18. Juli 2007 werden weltweite Umsätze von bis zu 20 Milliarden Euro bis 2011 erwartet, bei bis zu 500 Millionen Kunden. In Südkorea sei der Verbreitungsgrad bereits bei zehn Prozent, und damit zehn Mal so hoch wie im am besten entwickelten europäischen Markt – in Italien.

Status quo in Deutschland

Zurzeit offerieren deutsche Mobilnetzbetreiber Schnupperangebote für weniger als zehn Euro pro Monat oder ein Tagesangebot für weniger als drei Euro. Auch wenn diese Preise kurzfristig nicht so bleiben, so könnten sie mittel- bis langfristig als reguläre Preise in diesen Bereich zurückkommen. In Deutschland bietet die MFD Mobiles Fernsehen Deutschland, Direktempfang per DMB-Standard – statt über Mobilfunk-Kanäle.

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1. Handy-TV mit DVB-SH
2. Anforderungen aus Kundensicht
3. Unterschied DVB-SH zu DVB-H
4. DVB kennt nur Empfangsrichtung
5. Repeater und Endgeräte
6. Fazit
7. WO STEHEN REGULIERUNG UND INDUSTRIE?

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