Schwerpunkte

Handy-TV mit DVB-SH

15. Februar 2008, 00:00 Uhr   |  funkschau sammeluser | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 6 .

WO STEHEN REGULIERUNG UND INDUSTRIE?

Welche Maßnahmen wurden bereits ergriffen, damit DVB-SH europäische Realität wird? Die Satellitenbetriebsgesellschaften Eutelsat (Paris) und SES Astra (Luxemburg) haben im Jahr 2006 eine diesbezügliche Vereinbarung geschlossen und gaben dem S-Band-Satellitenprojekt den Namen Solaris. Alcatel-Lucent baut bereits den Satelliten hierzu.

Am 14. Februar 2007 verkündete die EU-Kommission ihre Entscheidung zur harmonisierten Nutzung des S-Bandes in ganz Europa durch mobilen Satellitenfunkdienst. 1992 hatte die damalige Weltfunkkonferenz (WARC-92) dem Mobilen Satellitenfunkdienst weltweit ein 30 MHz breites Frequenzband auf primärer Basis zugewiesen (Uplink 1.980 bis 2.010 MHz; Downlink 2.170 bis 2.200 MHz). Bis heute wird dieses Band kaum genutzt oder wurde von einigen Ländern zwischenzeitlich auf nationaler Basis anderen Funkdiensten auf Non-Interference-Basis zugewiesen. Um eine ordentliche Bewirtschaftung dieser Ressource zu gewährleisten, wurde in der EU-Entscheidung „Decision 2007/98/EC“ festgelegt, dass in allen EU-Ländern dieser Frequenzbereich ausschließlich genutzt werden darf, für mobile Satellitenfunkdienste (etwa Handy-TV, mobile Sprach- und Datendienste) und damit verbundene terrestrische Netzwerke.

Alle anderen Funkdienste in diesen Bändern dürfen nicht zu Störungen der primären Dienste führen. Die Kommission wird einen Auswahlprozess definieren und implementieren, mittels dessen die Bewerbung und Zulassung von Satellitenbetreibern gelingen soll. Diese müssen ihre Satellitensysteme so schnell als möglich über eine nationale Frequenzverwaltungsbehörde bei der ITU in Genf zum Zwecke der internationalen Frequenzkoordinierung anmelden, und erhalten dann Vorrang vor zeitlich später erfolgten Anmeldungen. Die EU hat die öffentliche Konsultation zur Erstellung der Rahmenbedingungen für die Bewerbung und Zulassung von Satellitenmobilfunkanbietern bereits eröffnet. Der so genannte „First Call“ zur offiziellen Bewerbung von Anbietern ist für Ende April 2008 geplant.

Weitere Unterstützung für die DVB-Familie bringt die jüngste Empfehlung der EU-Kommission vom 18. Juli 2007 in der DVB-H als einheitlicher Standard im EU-Europa vorgeschlagen wird. Das ist ein wichtiger Schritt. Das Rennen um den europäischen Standard ist damit jedoch noch nicht ganz entschieden. Es sind mehr als zehn Kandidaten auf der Bahn – aber nicht mehr mit gleichen Chancen.

Autor

Joachim Linz und Hans Jürgen Tscheulin sind als internationale Consultants für Telekommunikation tätig.

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1. Handy-TV mit DVB-SH
2. Anforderungen aus Kundensicht
3. Unterschied DVB-SH zu DVB-H
4. DVB kennt nur Empfangsrichtung
5. Repeater und Endgeräte
6. Fazit
7. WO STEHEN REGULIERUNG UND INDUSTRIE?

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